Nach dem gelungenen Start ins neue Jahr wissen die Teams der Mitteldeutschen Basketball Academy (MBA) endlich wieder, wie sich Siege anfühlen. An diesen euphorischen Zustand möchten sie sich nun gerne gewöhnen. Die U19 steht in der NBBL jedoch vor einer schweren Aufgabe: Am Sonntag (12.30 Uhr) ist sie beim Tabellenzweiten Basketball Löwen Erfurt gefordert. Die U16 empfängt in der JBBL-Relegation am Sonntag (12 Uhr, Stadthalle Weißenfels) die punktgleichen Rockets Gotha.
Mit den Rockets hat die MBA noch eine Rechnung offen. Mit Grauen erinnert sich Trainer Marcus Brambora an das Vorrundenduell Mitte Oktober in Gotha. Das Spiel fand ungewöhnlicherweise an einem Freitagabend statt. Nach einem vielversprechenden Start brachen die Gäste völlig ein und verloren mit 68:93. „Wir hatten uns da deutlich mehr ausgerechnet“, macht Brambora deutlich. Aus der Erinnerung an diesen Tiefpunkt schöpft die MBA nun aber Motivation. „Die Jungs sind heiß auf Revanche“, berichtet Brambora, schickt aber eine Warnung hinterher: „Das Spiel wird ungleich schwerer als in der Vorrunde. Gotha hat sich mittlerweile als Mannschaft gut gefunden.“ Die spielerisch ansehnlichen Leistungen mündeten in der JBBL-Relegation bislang aber noch nicht in zählbare Erfolge. Den Thüringerinnen mangelt es vor allem an der Konstanz. Im letzten Heimspiel gegen die SG Bernau-Berlin-Nord führten die Rockets nach einem famosen dritten Viertel bereits mit 15 Punkten, unterlagen am Ende aber noch mit 81:86.
Die MBA eint mit Gotha nicht nur die Gesamtbilanz von drei Siegen und fünf Niederlagen, beide Mannschaften sind auch „ähnlich gestrickt“, wie es Brambora ausdrückt. Große und physisch dominante Spieler sind im Kader kaum zu finden, dafür viele kleine, flinke Guards. Luca Förster und Musa Abra ragen als Spielgestalter und Scorer heraus, sind bei großem Druck der gegnerischen Defensive aber auch anfällig für Ballverluste. Die MBA verzeichnete zuletzt beim 78:74-Heimsieg gegen Braunschweig 20 Ballgewinne und will diese Intensität nun auch gegen Gotha aufs Feld bringen. „Das Selbstbewusstsein ist ein anderes“, hat Brambora nach dem dritten Saisonsieg erfreut festgestellt. Personell sind im Vergleich zur Vorwoche keine Änderungen zu erwarten.
Bei der U19 der MBA überwog nach dem jüngsten 62:58-Erfolg in Dresden vor allem die Erleichterung. Dadurch stellte die Mannschaft von Trainer Werner Gorsky sicher, mindestens drei Erfolge in die NBBL-Relegationsrunde mitnehmen zu können. Vor den letzten beiden Hauptrundenspielen ist der Ehrgeiz aber ungebrochen. Zwar nimmt die MBA am Sonntag in Erfurt die Außenseiterrolle ein, aber das Hinspiel kurz vor Weihnachten zeigte, dass die Erfurter nicht unschlagbar sind. Mit einer gruseligen Trefferquote von knapp 29 Prozent verdarb sich die MBA bei der 50:67-Niederlage die Chance auf eine Überraschung.
Die Brisanz des Rückspiels hängt auch davon ab, wie das Erfurter Heimspiel zwei Tage zuvor gegen die Dresden Titans endet. Werden die Thüringer ihrer Favoritenrolle gerecht, sind sie bereits sicher für die Playoffs qualifiziert und können das Spiel gegen die MBA entspannt angehen. Auch die Ausgangslage für die Gorsky-Schützlinge würde sich dadurch ändern, weil Siege gegen Playoff-Teams nicht in die Relegation mitgenommen werden können. „Wir haben uns aber so auf das Spiel vorbereitet, dass es für beide Mannschaften am Sonntag noch um viel geht“, versichert Gorsky. Der MBA-Coach hofft, dass der wichtige Erfolg in Dresden auch den Knoten in der Offensive löst. Die schwachen Trefferquoten seien nicht zuletzt auch ein Kopfproblem gewesen. Grundlage für einen Coup in Erfurt sei aber wieder die Defensive: „Wenn wir so verteidigen wie zuletzt und konsequent rebounden, sind wir in den Spielen drin“, sagt Gorsky. Mit Dominykas Pleta, Otto Farenhorsts und Thamy Will sind die Erfurter vor allem auf den großen Positionen gut aufgestellt. Umso wichtiger wäre für die MBA ein Comeback von Elia de Almeida Rosa. Ob der 1,94 Meter große, reboundstarke Flügelspieler mitwirken kann, wird sich aber erst kurzfristig entscheiden.

 

PM: SYNTAINICS MBC