Endlich wieder Basketball! Nach quälenden Monaten des unfreiwilligen Verzichts sind die Nachwuchsteams der Mitteldeutschen Basketball Academy (MBA) in den Hallen zurück, die die Welt bedeuten. In der Summer-League spüren sie wieder den Reiz des Wettkampfs und das Kribbeln beim Dribbeln. Die Ergebnisse sind dabei zweitrangig.
 
Nach dem vorzeitigen Abbruch der NBBL- und JBBL-Saison Anfang November vergangenen Jahres hatten die Trainingseinheiten lange, viel zu lange nicht mehr in der Halle, sondern vor dem Bildschirm stattgefunden. Statt eines Basketball-Courts stand nurmehr der begrenzte Raum des eigenen Zimmers zur Verfügung, um an den eigenen Skills zu arbeiten. Das Mobiliar lebte in dieser Zeit gefährlich. „Selbst der motivierteste Spieler hatte irgendwann keine Lust mehr darauf“, macht JBBL-Trainer Marcus Brambora deutlich.
Im Frühling war immerhin wieder Individualtraining möglich, doch erst Mitte Juni erlaubte das Bundesland Sachsen-Anhalt wieder das Mannschaftstraining in der Halle. Die Vorbereitung vor dem Start der Summer-League war entsprechend kurz. Am 4. Juli startete das JBBL-Team der MBA dennoch mit einem 64:58-Sieg bei den Dresden Titans in die Summer-League. Für Brambora war es ein Spiel von „Trainingscharakter“, nach der langen Pause dient der neugeschaffene Wettbewerb dem Findungsprozess. Siege und Niederlagen haben keine Relevanz, es geht darum, den Rost loszuwerden und sich als Mannschaft wieder zu finden.
Die sportliche Aussagekraft ist ohnehin gering, bedenkt man, dass die MBA nur Spieler der Jahrgänge 2006 und 2007 aufbietet, während andere Teams noch Akteure aus dem Jahrgang 2005 aufs Parkett schicken. Dass dieses vermeintlich kleine Detail eine große Rolle spielt, erlebte das JBBL-Team bereits in seinem zweiten Summer-League-Spiel, als es eine deftige 66:102-Niederlage gegen Kassel setzte. „Kassel hatte vier Spieler aus dem Jahrgang 2005 dabei, und zwei von ihnen haben diese Partie dominiert“, sagt Brambora. Ausschlaggebend für die hohe Niederlage war jedoch einzig und allein das mit 28 Punkten verlorene zweite Viertel, in den anderen drei Vierteln agierte die MBA trotz körperlicher Unterlegenheit weitgehend auf Augenhöhe. Nicht den Hauch einer Chance hatte die junge Truppe dagegen beim jüngsten Auftritt: In Chemnitz ging die MBA mit 57:134 unter. Zwei Spiele verbleiben noch für die Brambora-Schützlinge. Dabei treffen sie auf Science City Jena und die Rockets Gotha, die beide deutlich früher ins Mannschaftstraining eingestiegen sind.
Mit schwierigen Umständen hatte auch die NBBL-Mannschaft der MBA im Vorfeld der Summer-League zu kämpfen. „Wir hatten nur eine gemeinsame Trainingseinheit“, verrät Jannik Luster, der in der Summer-League an der Seitenlinie das Sagen hat. Der 20-Jährige, der selbst das MBA-Programm durchlaufen hatte, sammelte bereits in der vergangenen Saison Coaching-Erfahrung als Assistent von Brambora in der JBBL und vertritt nun in der Summer-League Werner Gorsky, der als Nachfolger von Chris Schreiber erst zum 1. August das NBBL-Team übernehmen wird.
Mit seinem Debüt in verantwortungsvoller Position konnte Luster durchaus zufrieden sein. Zwar verlor sein Team gegen die Akademie der Niners Chemnitz mit 58:71, machte aber ein „sehr gutes Spiel“, wie der 20-Jährige betont. „Wir haben uns riesig gefreut, endlich wieder einen Wettkampf zu haben“, sagt Luster begeistert, und diese Euphorie nach der langen Leidenszeit habe man der Mannschaft auf dem Feld in jeder Phase angemerkt. „Erfahrung und Rhythmus haben uns natürlich noch gefehlt. Und 39 Ballverluste waren natürlich viel zu viel“, sagt Luster, der nach seinem Freiwilligen Sozialen Jahr beim SYNTAINICS MBC ein duales Sportmanagement-Studium anstrebt, der MBA aber erhalten bleiben wird. Eine Woche nach der Auftaktniederlage gegen Chemnitz feierte Luster mit seiner Mannschaft den ersten Sieg in der Summer-League. Bei den Basketball Löwen Erfurt setzte sich die MBA knapp mit 68:64 durch. Zum Abschluss steht am kommenden Sonntag noch ein Heimspiel gegen Science City Jena auf dem Programm.
PM: MBA