Es gibt viele Basketball-Talente in Deutschland. Doch sie wollen auch entdeckt werden. Bei den Try-Outs der Mitteldeutschen Basketball-Academy (MBA) stellten begabte Nachwuchsbasketballer aus ganz Deutschland ihre Fähigkeiten unter Beweis. Sie brachten die Hoffnung mit, einen der begehrten Kaderplätze im JBBL- oder NBBL-Team zu ergattern, während die MBA von der Ambition angetrieben ist, ihr Programm stetig weiterzuentwickeln.
An Ehrgeiz mangelte es allen Beteiligten in der Stadthalle Weißenfels also ganz sicher nicht. 25 Spieler der Jahrgänge 2006 bis 2008 und 20 der Jahrgänge 2003 bis 2005 waren dem Aufruf der MBA gefolgt und damit in etwa so viele wie in den Vorjahren, was in ermüdenden Pandemie-Zeiten durchaus als Erfolg gewertet werden darf. Dabei zeigte sich, dass die MBA nicht nur Nachwuchsbasketballer aus der Region anzieht. Vor der Stadthalle parkten auch Autos mit Berliner, Ulmer und Fuldaer Kennzeichen. Auch zwei Spieler aus Tschechien stellten sich in Weißenfels vor. Sie alle wissen, dass der Weg zur erträumten Profikarriere dieser Tage meist in einem professionellen Nachwuchsprogramm beginnt.
In jeweils zweieinhalb Stunden durften die JBBL- und NBBL-Anwärter vor den Augen der MBA-Trainer und MBA-Leiter Alexander Rolle dann zeigen, was in ihnen steckt. Die individuellen Fähigkeiten kristallisierten sich schnell heraus, doch für eine Aufnahme in die MBA spielen auch andere Faktoren eine Rolle. „Wir schauen immer auch, wie es um die Teamfähigkeit der Jungs bestellt ist“, sagt Rolle. Bei verschiedenen Spielformen lassen sich zudem Erkenntnisse über die Kreativität und den Basketball-IQ der Spieler gewinnen.
Doch selbst das ist noch keine Garantie für eine künftige Zusammenarbeit. Gespräche sind elementar – mit den Eltern und erst recht mit den Spielern. In einigen Fällen ist ein Schulwechsel nötig und das Abnabeln von der vertrauten Umgebung. In sportlicher Hinsicht birgt vor allem die Frage Brisanz, auf welcher Position sich die Spieler künftig sehen. Da kann es schon mal zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen. „Wir müssen uns immer auch überlegen, wie wir einen Spieler in den bestehenden Kader einbauen können“, erklärt Rolle. Ein Center, der eigentlich viel lieber auf dem Flügel spielen würde, ist dann eher kein Kandidat für die MBA. „Das ist aber natürlich keine Einbahnstraße. Alle Seiten müssen sich wohlfühlen“, sagt Rolle, der sich mit dem Niveau der Try-Outs zufrieden zeigte.
Der Auswahlprozess ist mittlerweile angelaufen, bis spätestens Mitte August sollen JBBL- und NBBL-Kader für die kommende, im Oktober beginnende Saison stehen. Doch bis dahin geht es noch rasant weiter. Die Summer-League ist in vollem Gange, und schon am kommenden Samstag findet in Kooperation mit dem Basketball-Verband Sachsen-Anhalt (BVSA) die MBA Rookie-Challenge für die Jahrgänge 2008 und 2009 statt, eine Sichtung für die Landesauswahl Sachsen-Anhalts.
Wann und wo?
Samstag, 17.07.2021
Ort: Sporthalle des BSZ Dessau
Beginn: 10 Uhr
Ende: 17 Uhr
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
PM: MBA