Sie waren auf dem Weg zum Klassenerhalt in der JBBL, hatten in der Serie gegen Higherlevel Berlin mit einem Auswärtssieg vorgelegt. Jetzt steht fest, dass die U16-Jungs des SC Rist auch in der kommenden Saison in der Jugend-Basketball-Bundesliga vertreten sein werden, selbst wenn ein zweiter und eventuell dritter Vergleich mit den Hauptstädtern aufgrund der bekannten Umstände nicht mehr zustande kam. Absteiger gibt es nach dem Abbruch der JBBL-Saison nicht, teilte die Liga mit.

„Das war ein sehr schönes und intensives Jahr mit den Jungs“, sagt Rist-Trainer Stephan Blode. „Es hat großen Spaß gemacht, zu sehen, wie sie sich als Mannschaft entwickeln, aber auch wie sich die Spieler individuell entwickeln.“ Man werde den Erfolg nicht an Siegen oder Niederlagen messen, hatte Blode während der Sommervorbereitung betont. Denn Jugendleistungssport wie in der JBBL ist zum Großteil Ausbildung. „In dem Alter ist das Schöne: Man zeigt den Spielern etwas und trainiert es und trainiert es. Irgendwann sieht man dann, wie das von selbst angewendet wird. Wir haben bei jedem Spieler mindestens ein, zwei Sachen gesehen, die wir ihnen beigebracht haben, die sie jetzt anwenden“, so Blode. Die Wedeler JBBL-Mannschaft 2019/20 habe ausgezeichnet, dass sie „konstant gut“ trainierte, sagt er. Und Einstellung sowie Zusammenhalt stimmten, betont der Trainer. „Ich fand es schön zu sehen, wie eine Gruppe so einen fröhlichen, lebendigen Charakter an den Tag legt, auch wenn man mal eine Zeit hat, in der Rückschläge passieren. Das kannte ich in den Ausmaße bisher nicht. Normalerweise gibt es dann eine Phase – und das wäre sogar völlig verständlich – in der die Spieler mal die Köpfe hängen lassen oder mal ein bisschen Unmut da ist. Aber dieses Team war von der mentalen Stärke und vom Charakter her sehr stark. Das war eine richtig gute Gemeinschaft“, sagt Blode.

Neben den beim SC Rist ausgebildeten Jungs liefen in Gelb-Grün auch Spieler auf, die dank der Zusammenarbeit mit Vereinen aus der Umgebung, unter anderem der BG Halstenbek/Pinneberg, an den Steinberg gekommen waren, um in Wedel von der Herausforderung JBBL zu profitieren. Die Pinneberger verstärkten die Wedeler Mannschaft noch einmal deutlich. „Wir sind Pinneberg sehr zum Dank verpflichtet, die Spieler zur Verfügung gestellt zu haben“, sagt Rist-Jugendkoordinator Sven Schaffer. Die Itzehoe Eagles schickten ebenfalls Talente nach Wedel und werden dies auch in der neuen Saison tun. „Darüber haben wir mit Itzehoe schon gesprochen“, so Schaffer. Wie im gesamten männlichen Leistungsbereich arbeitet der SC Rist auch in Sachen U16-Bundesliga eng mit den Hamburg Towers zusammen. „Es sind ja drei Vereine, die gemeinsam Spieler für die JBBL suchen: Bramfeld, die Towers und wir. Dann wird geguckt, welche Spieler insgesamt interessant sind und wer wo spielt. Da geht es auch ganz stark um das regionale Thema“, erläutert Schaffer den Ablauf.

Und die Spieler, die der Wedeler JBBL entwachsen sind, haben das nächste Etappenziel bereits im Blick, auch wenn der Sprung groß ist. „Die 2004er gehen mit dem Rückenwind der guten Saison jetzt in die Phase, in der sie für die NBBL vorspielen – sofern sie das denn möchten“, sagt Blode. „So wie ich die Jungs kenne, und ich weiß es auch von einigen, ist es auf jeden Fall deren Ziel, nächste oder übernächste Saison im NBBL-Kader zu stehen.“

 

PM: SC Rist Wedel