Die Rister drückten auf die Tube, rannten, kämpften und verteidigten beherzt – all das wurde belohnt, die Wedeler M16 fuhr am Sonntagvormittag ihren zweiten JBBL-Saisonsieg ein: 66:52 gegen den Bramfelder SV.

In der Anfangsphase taten sich die Schützlinge von Trainer Stephan Blode im Angriff noch schwer. Gleich bei mehreren vermeintlich leichten Korbabschlüssen wollte der Ball einfach nicht durch die Reuse fallen, erst nach gut vier Minuten war der Bann gebrochen, als Leonard Gausa die ersten Wedeler Punkte erzielte. Für die Gäste standen zu diesem Zeitpunkt neun Zähler zu Buche. „Ich glaube nicht, dass wir am Anfang schlecht gespielt haben, sondern dass es einfach gebraucht hat, bis sich unser Spielstil durchsetzt. Wir haben ja sehr schnell gespielt und sehr druckvoll verteidigt. Das dauert dann einfach ein bisschen, bis der Tank des Gegners leer wird. Natürlich sollte man nicht 0:9 starten, klar. Aber grundsätzlich: Kompliment, dass wir dieses Tempo gehalten haben“, schilderte Blode seinen Eindruck.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs drückten seine Jungs den Rückstand mittels eines 4:0-Laufs auf zwei Punkte (13:15), Edwin Ngwerume stellte kurz darauf per Freiwurf Gleichstand her und erzielte im weiteren Verlauf mit einem Dreier die 19:17-Führung für den SC Rist. Bis zur Pause arbeiteten sich die Rister auf 37:25 vor.„Mit der Zeit haben wir die Bramfelder kaputtgerannt, muss man schon fast sagen“, so Blode.

Die 28 Punkte, die die Rister dem Gast im zweiten Viertel einschenkten, waren nicht von schlechten Eltern und Ausdruck des guten Angriffsspiels in dieser Phase. Dass man im selben Abschnitt nur zehn Zähler zuließ, unterstrich die wirkungsvolle Verteidigung. Die Deckung sei „super-aggressiv“ gewesen, so Blode. Nicht nur im zweiten Durchgang, auch nach der Halbzeit gewährte man den Bramfeldern nur wenig Freiraum, nahm ihnen insgesamt 29 Mal den Ball ab. Seine Spieler hätten „echt Bock zu verteidigen“ gehabt, sagte der Rist-Trainer und unterfütterte das Lob mit Einzelheiten: „Sehr gut rotiert, sehr viel Druck am Ball, sehr handlungsschnell“. Besser werden müsse man hingegen in der Verteidigung, wenn das Tempo nicht rasend schnell sei und man sich im Halbfeld mit dem Gegner auseinanderzusetzen habe, so Blode.

Bramfeld verkürzte im Laufe des Schlussabschnitts zwar, brachte den Abstand wieder in den einstelligen Bereich, doch Wedel blieb vorn. In solchen Augenblicke gehe es darum, wieder das eigene Spiel zu finden, erklärte der Trainer. „Wenn wir hart verteidigen, dann kommen wir auch wieder zu unseren Fast-Break-Situationen. Wir haben uns in den letzten Minuten nicht neu erfunden, sondern uns wiedergefunden, nachdem wir eine kleine Schwächephase hatten“, betonte er.

Der Sieg stand bereits fest, als Blode 25 Sekunden vor Schluss nach zwei Ballverlusten in Folge eine Auszeit nahm. Es galt, aus diesem Umstand noch eine kleine Lerneinheit zu machen. „Wir haben zweimal den Ball hergeschenkt, da mussten wir das Spiel unterbrechen und mit ihnen darüber reden und ihnen sagen, was sie in solchen Situationen besser machen sollen. Auszeiten bei einer solchen Führung kurz vor dem Ende wirken vielleicht ungewöhnlich, haben aber natürlich auch damit zu tun, dass wir das bestmögliche Ergebnis erzielen wollen“, sagte der Trainer.

Nach zwei Siegen in Folge wartet am kommenden Sonnabend (31. Oktober, 10:00 Uhr) eine schwere Auswärtshürde auf die Rister. Es geht nach Rostock, die Mecklenburger weisen ebenfalls eine bisherige Bilanz von zwei Siegen und einer Niederlage auf. Homogen und aggressiv sind zwei Wörter, die Blode in den Mund nimmt, wenn er die Rostocker Spielweise beschreibt. „Wir werden wieder alles versuchen“, kündigte er an. Doch um an der Warnow etwas ausrichten zu können, müsse man wieder so spielen wie gegen Bramfeld, „oder im Fünf-gegen-Fünf im Halbfeld sogar noch besser“, schob der Rist-Trainer hinterher.

  • SC Rist (Punkte): Ngwerume (19), Bom (18), Dilschmann (8), Gausa, Willebrand (je 4), Thias (3), Behnke, Blank, Krzebek, Messerschmidt, Weber (je 2), Levold.

 

PM: SC Rist Wedel