Das TOP4 2008 entpuppte sich als Klassentreffen alter Bekannter: Die Endrundenteilnehmer Team Urspring, der TSV Tröster Breitengüßbach und das Team Bonn/Rhöndorf waren bereits bei der Premierenauflage 2007 beim TOP4 dabei (hier geht es zur Throwback-Story). Neu in der Riege der besten vier U19-Teams Deutschlands war nun ALBA BERLIN, das den Platz der Phoenix Hagen Youngsters eingenommen hatte. 

Nicht zufällig hatte die Liga die Endrunde nach Langen vergeben: Der TV hatte sich intensiv um die Ausrichtung bemüht, weil der Verein mit seiner U19 im Ringen um den Deutschen Meistertitel ein heißes Eisen im Feuer zu haben schien. Doch die jungen „Giraffen“ scheiterten bereits im Viertelfinale; unvergessen sind die traurigen Gesichter der Langener Jungstars um den heutigen Nationalmannschaftskapitän Robin Benzing, die am Eingang Eintrittskarten kontrollieren mussten, anstatt auf dem Parkett um die NBBL-Krone zu kämpfen.

Die Halbfinale

War das Team Urspring vor dem TOP4 im Jahr zuvor für viele noch der Underdog, so ging die Mannschaft von Headcoach Felix Czerny nun als Titelfavorit ins Rennen. Diesen Status untermauerten die Internatsschüler mit einem klaren 72:53-Sieg im Halbfinale gegen das Team Bonn/Rhöndorf – eine Neuauflage des letztjährigen Halbfinalspiels. Auffälligster Akteur bei den Urspringern war an diesem Tag Maurice Stuckey, der zwei Jahre zuvor noch zum MVP beim „Jordan Brand Classic Camp“ gekrönt worden war. 

Im zweiten Halbfinale wollte der TSV Tröster Breitengüßbach das nachholen, was ihm im Vorjahr als großer Titelfavorit nicht vergönnt gewesen war: der Einzug ins Endspiel. Dazwischen standen jedoch die Youngster von ALBA BERLIN, die vom späteren A-Nationaltrainer Henrik Rödl betreut wurden. Und die Hauptstädter dachten gar nicht daran, den Franken großen Respekt zu zollen, sondern beeindruckten mit einer beinharten Defense und ihren zwei Go-to-Guys Thomas Schoeps und einem gewissen Niels Giffey. Mit 70:57 fiel der Erfolg von ALBA ebenso klar wie verdient aus.

Der Finaltag

Tags darauf fanden das Spiel um Platz drei sowie das Finale statt. Das kleine Finale entschied Breitengüßbach nach Verlängerung mit 91:83 nach Verlängerung gegen das Team Bonn/Rhöndorf für sich. Im Endspiel trafen zum ersten Mal der Titelverteidiger aus Urspring und der Herausforderer aus Berlin aufeinander. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem der Topscorer der Urspringer, Christian Standhardinger, in der ersten Halbzeit bestenfalls eine Nebenrolle spielte: Ihm gelangen vor der Pause nur vier Punkte – ein veritabler Wutausbruch Standhardingers war die Folge. Mit Müh’ und Not gelang es Coach Czerny und den Mitspielern, ihren Power Forward wieder einzufangen. Aber offensichtlich war der emotionale Outbreak notwendig, um Standhardinger in den notwendigen „Game Mood“ zu versetzen. Der Anführer der Urspringer war es dann im entscheidenden Schlussviertel auch, der einen 10:-Run initiierte und die Schelklinger sieben Minuten vor Schluss erstmals etwas deutlicher mit 59:52 in Führung brachte; in den ersten drei Vierteln hatte ALBA das Spielgeschehen kontrolliert. Drei Minuten lang blieben die Hauptstädter zu Beginn des vierten Abschnitts ohne Korberfolg – die intensive Abwehrarbeit der Urspringer trug Früchte. Zum Matchwinner für den Titelverteidiger avancierte allerdings Kevin Bright, der in den Schlussminuten drei Dreier einnetzte und Urspring zum 84:76 führte – NBBL-Titel Nummer zwei für das Team Urspring!

 

 

PM: NBBL gGmbH / JF