„Was der Kopf so bewirkt….“. Völlig ohne Druck reiste die NBBL am vergangenen Sonntag zu ihrem letzten Spiel in ihrer Debütsaison nach Tübingen. Durch den Verlust des Hinspiels vor gut einer Woche war es nicht mehr möglich die Playoffs zu erreichen. Für Tübingen ging es allerdings noch um was. Bei einem Spielverlust würde man in der ersten Runde der Playoffs auf Ludwigsburg treffen, die nach Ansicht aller Experten der Topfavorit auf den deutschen Meistertitel sind. Dies wollten die Mannen um Coach Kristiyan Borisov unbedingt vermeiden.

Coach Dönges reiste verletzungs- und krankheitsbedingt mit einem kleinen Kader an. Ganze 9 Mann standen ihm zu Verfügung. Aber diese hatten aus den Fehlern des Hinspiels gelernt und spielten zunächst befreit auf. Offense und Defense harmonierten im ersten Viertel gegen die Mannverteidigung der Young Tigers, Leon Fertig und Co waren nur schwer zu stoppen. Das erste Viertel ging mit 20:16 Punkten verdient an die SG Weiterstadt.

Eine Umstellung auf Ball-Raum-Verteidigung sollte auf Seiten der Gastgeber für mehr Sicherheit in der Defense sorgen. Und wie schon in der Vorwoche taten sich die Südhessen zunächst schwer dagegen anzugreifen. Das Viertel gewann Tübingen mit 23:11. Aber, auch wenn es das Ergebnis nicht ausdrückte, das Team Südhessen stellte sich besser darauf ein. Etwas zählbares kam zunächst noch nicht heraus, Halbzeitstand 39:31 für Tübingen.

Taktisch wollte Coach Dönges seine Schützlinge in der Halbzeit wieder auf Kurs bringen. Eine Umstellung in der Defense zu Beginn des dritten Viertels führte allerdings nicht zum gewünschten Erfolg. Tübingen nutzte die Lücken und zog auf 45:31 davon (23. Minute). „In dieser Phase haben wir etwas zu schnell den Kopf hängen lassen“, befand Big-Man Elias Koppold. Aber das Team Südhessen rappelte sich nach einer Auszeit wieder auf und begann die Aufholjagd.

Das letzte Viertel startete beim Spielstand von 53:43. „10 Punkte aufholen? Machbar!“, sagte Philipp Hecker, der an diesem Abend die „heiße Tatze“ von außen hatte. Und er sollte Recht behalten. Mit 22:9 gewann man das letzte Viertel und besiegt Tübingen mit letztendlich 65:63 Punkten. Fastbreaks und Treffsicherheit gepaart mit einer Lockdown-Defense ließen dem Gegner einfach keine Chance. Tübingen hatte mit dem letzten Wurf noch die Chance auf Verlängerung, vergabe diese aber.

„Wir haben nicht so verkrampft gespielt. Daher lief der Ball auch locker durch die Reihen und wir haben immer versucht, die beste Möglichkeit zum Wurf zu finden.“, sagte Forward und Topscorer Leon Fertig nach der Partie. Und Coach Dönges ergänzt: „Tübingen musste gewinnen, die Last war heute zu stark auf deren Schultern. Ich bin stolz auf mein Team. Im letzten Spiel haben wir nochmal alles gegeben und einen 15-Punkte-Rückstand in einen Sieg umgewandelt.“

Jetzt will man in Weiterstadt zunächst die Trainings noch locker auslaufen lassen, bevor man in den nächsten zwei Wochen ein offizielles Fazit zieht aus der Saison und mit der Vorbereitung für die nächste beginnt.

Für das Team Südhessen spielten: Philip Hecker (17/4 Dreier), Leon Fertig (23/1), Robin Kniss (2), Elias Koppold (6), Simon Matthä (1), Justus Peuser (10/2), Philip Pons, Marvin Rolf (4), Jordan Veigl (2)

 

PM: SG Weiterstadt