Es liegt nun gute zwei Wochen zurück, das überraschende und abrupte Saisonende im deutschen Basketball. Fast alle Ligen haben mittlerweile die Spielrunde offiziell für beendet erklärt, es stehen allerdings teilweise noch die Auf- und Abstiegsregelungen aus. Und mit BBL und NBBL/JBBL gibt es noch zwei Organisationen, welche vorerst von einem ausgesetzten Spielbetrieb sprechen.

Für die Weiterstädter Basketballer und auch für das Team Südhessen gibt es aber kaum noch offene Fragen. Das bestätigt auch der Sportliche Leiter, Matthias Dönges, anlässlich einer Interviewrunde zum Saisonrückblick. Für keines der Teams haben die noch ausstehenden Entscheidungen Auswirkung, mit Ausnahme des Aufstiegsaspiranten der Oberligaherren. Aber auch hier wartet man zurzeit gelassen ab. „Die Stimmung ist eigentlich gut,“ so Dönges, der die Herren I auch als Coach betreut, „Wir habe eine fantastische Runde gespielt und stehen zu Recht auf dem 1. Platz. Wir sind da wahnsinnig stolz drauf und warten jetzt ab, gehen aber davon aus dass ein Aufstieg in die Regionalliga möglich wird.“ Nach den Gründen für das gute Abschneiden der Herren gefragt betont Dönges die Homogenität und Mentalität im Team, das zu großen Teilen der eigenen Jugend entstammt. Deshalb existiert eine starke Bindung zum Verein, auch in schwereren Zeiten in denen der ein oder andere rein sportlich gesehen durchaus in eine höhere Liga hätte wechseln können. „Davon und von der ständigen Integration junger Spieler profitieren wir jetzt,“ so Dönges, und zeigt sich dabei sichtlich stolz auf die Mannschaft.

Auch für JBBL und NBB lief es prima. Matthias Dönges betreute als Coach die NBBL, Amrun „Amci“ Terzic die JBBL. Beide unterstützen sich aber wechselseitig und kennen alle Hochs und Tiefs der beiden Jugendbundesligateams. Von einer Fortsetzung des Spielbetriebes nach der Aussetzung geht man in Weiterstadt nicht aus, so Terzic, und bewertet auch gleich die JBBL Saison: „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das der Spielbetrieb weitergeht – nichts destotrotz, wir können mit dem bis dato geleisteten zufrieden sein.“ Auf die Frage nach dem doch sehr wechselvollen Auftreten der JBBL im Saisonverlauf zeigt sich Terzic kritisch, aber vom Team überzeugt: „Das lag sicherlich nicht daran dass de Mannschaft kein Talent hat! Uns ist es jedoch nicht in jedem Spiel gelungen die notwendige Siegermentalität zu entwickeln, so dass wir unser Potential abrufen konnten. Aber nochmal, wir sind zufrieden und es hat Spaß gemacht.“ Für die NBBL lief die Premierensaison nach der erfolgten Qualifikation besser als erwartet. Coach Dönges fasst zusammen: „Eigentlich war der Klassenerhalt unser Ziel, wir wussten aber nicht so richtig was auf uns zukommt. Keine einzige Niederlage in der Hauptrunde – und das gibt es nicht häufig in der NBBL – verhalfen uns aber dann frühzeitig zum garantierten Klassenerhalt.“ Die Gegner Young Tigers Tübingen und die Orange Academy Ulm verhinderten dann den Einzug in die Playoffs, kein Weltuntergang so der Coach: „Das waren schon zwei Hochkaräter. Wir konnten das letzte Spiel sogar noch gewinnen, das hat aber nicht gereicht. Alles in allem war das aber eine tolle Saison.“ Und Terzic betont nochmal die Richtigkeit der Entscheidung für die Jugendbundesligen: „Letztendlich, wenn man sich die letzten Monate anschaut, war die Entscheidung richtig. Die Projekte sind auch zukünftig gesichert und ich freu mich schon auf die nächsten Herausforderungen mit den Teams.“

Wechselhaft verlief auch die Saison für die Damen in der 2.DBBL, betreut von Hendrik Schwab: „So richtig schlecht haben wir aber eigentlich nie gespielt,“ resümiert Schwab, der die Mannschaft schon immer begleitete, aber die Rolle des Headcoaches erst in der zweiten Saisonhälfte übernahm. „Besonders gegen die Teams der oberen Tabellenhälfte haben wir oft gut ausgesehen. Häufig waren es aber einzelne Phasen und die Kleinigkeiten, welche uns Spiele gekostet haben oder den letztendlichen Erfolg verhinderten.“ Besonders eine kurze Siegesserie nach der Winterpause verschaffte dem Team aber Luft im Abstiegskampf und festigte den letztendlich erreichten Platz im Mittelfeld. In diese Phase fiel auch einer der Saisonhöhepunkte, das Spiel gegen den TSV Towers Speyer-Schifferstadt in der Fraport Arena. Schwab betont nochmals den besonderen Charakter des Events: „Die Resonanz war super, die Krönung war natürlich das Spiel auch zu gewinnen, Dimensionen und Abläufe haben schon ein besonderes Kribbeln erzeugt, was auch zu einer guten Portion Aufregung geführt hat. Aber nochmal Danke an alle, die das ermöglicht haben, das war riesig.“

Auch die 2. Damen haben sich gut etabliert, nicht ganz selbstverständlich denn auch hier spielt man immerhin Regionalliga. „Die Voraussetzungen waren gefühlt erst mal nicht so gut,“ so Coach Tanja Lehnert, die das Team zusätzlich zu ihrer Spielertätigkeit in der DBBL betreut. „Abstiegskampf in der vorherigen Saison, zwei Abgänge von Leistungsträgern, da sind die Erwartungen erst mal nicht so hoch. Wir haben uns aber gut weiter entwickelt, vor allem gelernt zusammen zu spielen und wenn es angebracht ist auch frei zu spielen. Jetzt beenden wir die Saison auf dem 6. Tabellenplatz, das ist eine super Platzierung die glaube ich nicht jeder so wahrgenommen hat.“ Dabei muss das Team einiges an Doppelbelastung verkraften, einige Spielerinnen sind zusätzlich in der WNBL oder auch in der DBBL aktiv und fest eingeplant. Das ist aber nur punktuell ein Problem, so Lehnert: „Ganz viel haben wir in der Saisonvorbereitung schon geklärt, zum Beispiel Trainingskoordination. Ein ganz großes Lob geht aber an unsere Leiterin Spielbetrieb in der Abteilung, die es immer wieder schafft zu viele Überscheidungen zu vermeiden. Und letztendlich profitieren die Spielerinnen auch spürbar von der Trainings- und Spielteilnahme in anderen Teams und Ligen.“

In einer Abschlussrunde zeigten sich dann alle Coaches grundsätzlich zufrieden mit der Saison. Dönges und Schwab weiten dieses Feedback ausdrücklich auch auf die anderen Mannschaften aus, denn auch hier gab es viele große und kleine Erfolge die nicht alle einzeln kommentiert werden können. Betont wurde von allen die gute, abteilungsinterne Organisation und die Unterstützung durch die vielen Funktionsträger, Helfer und Eltern. Dönges fasst zusammen: „Wir haben unsere sportlichen Ziele nahezu überall erreicht. Keine Mannschaft ist abgestiegen. Was mit den Herren I jetzt passiert liegt nicht mehr in unserer Macht. Der unglaubliche Aufwand, den wir hier größtenteils ehrenamtlich betreiben, lohnt sich also, das freut mich ganz besonders.“ Nun beginnen trotz der aktuellen Unsicherheiten die Überlegungen für nächste Runde. Die letzte Saison ist passé, auf den Punkt bringt dies Amci Terzic mit seinem letzten Statement: „Das war’s!“

 

Bildunterschrift: Trainerrunde im Interview (v.l.n.r): Hendrik Schwab, Matthias Dönges, Tanja Lehnert, Amci Terzic
Foto:SG Weiterstadt

 

PM: SG Weiterstadt