Mit der Einführung der Nachwuchs Basketball Bundesliga (NBBL, U19) vor rund 14 Jahren und der Jugend Basketball Bundesliga (JBBL, U16) vor zehn Jahren wurden professionelle Strukturen zur Talentförderung im deutschen Basketball geschaffen. Heutzutage gibt es kaum einen A-Nationalspieler, der seine basketballerische Ausbildung nicht in JBBL und/oder NBBL absolviert hat. Ein Merkmal dieser Professionalisierung sind Scoutingdaten, die bei jedem Punktspiel erfasst werden. 

Nun wurde im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie an der Eberhard Karls Universität Tübingen der Zusammenhang zwischen Scoutingdaten von über 150 Basketballspielern der NBBL-Saison 2010/2011 und dem späteren Erfolg der Athleten im Erwachsenenalter untersucht. „Der Erfolg orientierte sich dabei an der höchsten Spielklasse der Spieler in der Saison 2015/16, 2016/17 oder 2017/18“, erklärt David Rösch, wissenschaftlicher Mitarbeiter der wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Fakultät, neben Quirin Deutsch und Prof. Dr. Oliver Höner einer der Autoren Studie. Der 32-Jährige war bis zur vorherigen Saison in verschiedenen Funkionen beim ProA-Ligisten Tigers Tübingen tätig. Unter anderem trainierte er im Jahr 2016/17 die Tübinger JBBL-Mannschaft und wurde am Ende der Saison zum JBBL-Trainer des Jahres gekürt (‘Foto mit Junioren_Bundestrainer Kay Blümel). Außerdem wurde Rösch 2017 als Akademischer Angestellter tätig und übernahm neben Forschungsaufgaben im Themengebiet Sportspiele die praktisch-methodische Ausbildung im Basketball. Aktuell fungiert Rösch als Sportdirektor Nachwuchs beim ProA-Ligisten Kirchheim Knights.

Im Sinne der Prognoserelevanz der Scoutingdaten unterschieden sich spätere Profis und Amateure hinsichtlich einer Reihe von Merkmalen, stellte Rösch fest. „Besonders auffällig war das bei den erzielten Punkten und der Gesamtleistung der Spieler, welche über das Maß der Effektivität abgebildet wird. Die differenzierte Betrachtung der Profis zeigt, dass sich internationale Profis insbesondere hinsichtlich der Effektivität von nationalen und regionalen Profis abheben, aber keine Trennung zwischen nationalen und regionalen Profis möglich ist“, stellen Rösch und seine Kollegen fest. Die Ergebnisse belegten, dass Scoutingdaten mit späterem Erfolg im Erwachsenenalter zusammenhängen würden und wertvolle Unterstützung bei der Identifikation von Toptalenten bieten könnten.

Der komplette Artikel ist vor kurzem unter dem Titel „Scoutingdaten im Nachwuchs-Basketball – Zusammenhang mit dem Erfolg im Erwachsenenalter” in der Zeitschrift “Leistungssport” (https://leistungssport.net/) erschienen.

 

PM: NBBL gGmbH