ALBA BERLIN ist der erste Teilnehmer für das NBBL-Finale am morgigen Sonntag. Die Hauptstädter bezwangen in einer spannenden Partie ratiopharm ulm mit 85:72 (20:18 / 21:23 /16:17 /28:14). Für ALBA ist es beim zehnten TOP4 die Chance auf die sechste Meisterschaft. Topscorer für Berlin wurde Christoph Tilly mit 15 Punkten, für Ulm kam David Fuchs auf 18 Zähler.

Sowohl ALBA BERLIN, das im Vorfeld leicht favorisiert war, als auch ratiopharm ulm starteten mit hohem Energielevel in die Partie. Die Hauptstädter führten schnell 5:0, wenig später hieß es nach einem Dunk von Christoph Tilly 9:3 – Auszeit Ulm. Es war auch das Aufeinandertreffen zweier Ex-Nationalspieler auf der Trainerbank: Während Vladimir Bogojevic die Partie für Berlin meist ruhig verfolgte, war Anton Gavel auf Ulmer Seite deutlich aktiver. Auf das Geschehen auf dem Feld hatte das zunächst keinen wesentlichen Einfluss: Beide Teams schenkten sich nichts, kamen offensiv aber noch nicht in ihren Rhythmus. David Fuchs besorgte von Downtown die erste Ulmer Führung (9:8, 5. Minute), Berlin ging dennoch mit einer knappen 20:18-Führung in die erste Pause.

Am ausgeglichenen Gesamteindruck änderte sich auch im zweiten Viertel nichts: Beide Teams begegneten sich absolut auf Augenhöhe und auf unverändert hohem Energielevel. Michael Rataj sorgte mit einem Turnaround-Jumpshot wieder für die knappe Ulmer Führung (32:30, 16.), ALBAs Big Man Christoph Tilly wollte dem in nichts nachstehen und animierte die zahlreichen Berliner Fans zunächst mit einem Block und wenig später mit einem Fastbreak-Dunk zu großem Jubel. Trotzdem: Weder die Albatrosse noch die Spatzen konnten sich punktemäßig absetzen, und so ging es mit einem gerechten 41:41 in die Halbzeitpause. So intensiv beide Seiten verteidigten, desto mehr machte sich das in ausbaufähigen Wurfquoten bemerkbar: ALBA traf nur einen seiner 15 Dreierversuche (7 Prozent), Ulm versuchte es seltener, traf aber auch nur einen Dreier (1/6, 17 Prozent).

Bei solch engen Partien können Läufe schon eine große Euphorie auslösen. David Fuchs mit einem Drei-Punkt-Spiel und Jacob Ensminger mit einem Dreier sorgten für die erste größere Führung der Ulmer (47:41, 23.). Ein Unsportliches Foul von Michael Rataj, das die Berliner mit einem getroffenen Freiwurf und in der anschließenden Angriffssequenz mit einem Dreier von Elias Rapieque bestraften, kühlten die Euphorie der Ulmer jedoch direkt wieder ab (47:46, 26.). Das Spiel wogte hier und her, und wie zu erwarten war, musste das letzte Viertel die Entscheidung bringen (58:57, 30. Minute).

Die Intensität wurde noch einmal intensiver: Ein Korbleger von Nils Machowski, ein Steal von Machowski, Ensminger „klaut“ den Ball mit letzter Kraft zurück – beide Teams gingen nun an ihr Limit. Rataj leistete sich ein zweites Unsportliches Foul und schied aus (34.), wenig später musste Berlins Tilly mit fünf Fouls auf die Bank. Ulm witterte Morgenluft und verkürzte zwei Minuten vor Schluss auf 68:73, ehe Elias Rapique die Berliner Bank und „Kurve“ mit einem Monster-Dunk in Ekstase versetzte (75:68, 38.). Als dann auch noch Jamal Entezami das Leder per Alley-oop durch die Reuse stopfte, war der Widerstand der Ulmer gebrochen. Zwei Dreier von Nils Machowski schraubten das Endergebnis zum Schluss noch auf 85:72. Somit greifen die Albatrosse morgen im NBBL-Finale bei ihrer zehnten TOP4-Teilnahme zum sechsten Mal nach dem Titel. 

 

 

Scouting

 

PM: NBBL gGmbH / JF

Fotos: Lars Widekind