Nachwuchs und Jugend Basketball Bundesliga

NBBL-Halbfinale 2: TSV Tröster Breitengüßbach – AB Baskets

Nach zwei Jahren Abstinenz ist der TSV Tröster Breitengüßbach wieder beim TOP4 dabei. Bislang sind die Franken noch ungeschlagen und surfen auf der perfekten Welle…

Berlin? Na sicher! Bayern München? Aber klar! Doch als es vor der Saison darum ging, den Topfavoriten auf den diesjährigen NBBL-Titel zu nennen, entfielen – gefühlt – die meisten Nennungen auf den TSV Tröster Breitengüßbach. Der amtierende Meister ALBA und die Bayern (NBBL-Champion 2017 und 2015) sind stets natürliche Kandidaten auf den Gewinn der Meisterschaft, genau wie normalerweise die Güßbacher. 2016 und 2012 gewannen die Franken den U19-Titel.

Die vergangenen beiden Jahre waren für die Tröster-Boys jedoch eine ungewöhnlich lange Durststrecke, denn weder 2018 noch 2017 schafften sie den Sprung ins TOP4. Umso mehr wollte der Nachwuchs von Brose Bamberg diese Scharte in diesem Jahr auswetzen und rüstete dafür auch personell auf:

Zu den NBBL-erprobten Spielern wie Junioren-Nationalspieler Kay Bruhnke und Henri Drell, der in diesem Jahr im Länderspiel gegen den Vize-Welt- und -Europameister Serbien sein Debüt in der A-Nationalmannschaft Estlands gab (und dabei drei Punkte zum 71:70-Sieg beisteuerte), gesellten sich vor dieser Saison Miles Osei, Elias Baggette, Jannis Sonnefeld und Daniel Köppel hinzu. Die Neuzugänge aus Bielefeld, Berlin, Bremerhaven und Nürnberg verstärkten das Team auf den Positionen eins bis fünf und geben zusätzliche Stabilität. Vor allem Baggette (10,3 PpS, 5,4 ApS) und Köppel (8,7 PpS, 4,4 RpS) etablierten sich auf Anhieb als Leistungsträger.

Topscorer des Teams ist Super-Talent Drell, der 18,7 Punkte pro Spiel im Schnitt markiert. Angeführt von ihm und Nicholas Tischler (14,5 PpS und 6,1 RpS) surfte der TSV Tröster Breitengüßbach von Beginn an auf der perfekten Welle: Sowohl in der Hauptrunde (16 Spiele) als auch in den Playoffs gegen ratiopharm Ulm (Achtelfinale) und die Internationale Basketball Akademie München (Viertelfinale) blieben die Franken in den „Best of three“-Serien ungeschlagen – das gelang ansonsten in dieser Spielzeit keinem anderen NBBL-Team!

Eins der Erfolgsgeheimnisse der Bamberger Nachwuchsarbeit ist – wie schon in den vergangenen Jahren – die Tatsache, dass die U19-Youngster regelmäßig ins kalte Wasser bzw. in den Nahkampf mit gestandenen Männern geworfen werden. Drell, Bagette, Tischler und Bruhnke gehörten zur festen 14 Rotation im ProA-Team der Baunach Young Pikes, die jüngeren Talente verstärkten regelmäßig das Güßbacher Herren-Regionalligateam. Nun wollen die Güßbacher für eine perfekte Saison die Krönung: Zwei Siege beim TOP4 für den Titel!

 

SAISON-STATISTIKEN:

PUNKTE 88,4 / REBOUNDS 38,5 / BLOCKS 3,7 / STEALS 12,3 / TURNOVER 16,5 / EFFEKTIVITÄT 107,1

 

 

AB Baskets: Ausgeglichen zum Erfolg

Die AB Baskets gehen als Außenseiter ins NBBL TOP4. Was nicht bedeutet, dass die Berliner im Titelkampf chancenlos sind…

In dieser Konstellation ist es die erste NBBL TOP4-Teilnahme für die AB Baskets, die als Spielgemeinschaft der Berliner und Brandenburger Vereine DBV Charlottenburg, TuS Lichterfelde und RSV Eintracht in der NBBL antreten. Seit 2015 besteht die Kooperation in dieser Form, aber auch vorher haben die Vereine bereits Erfahrung in der U19-Bundesliga gesammelt: So konnte der RSV im Jahr 2013, zu dem Zeitpunkt noch als IBBA Berlin, ebenfalls das TOP4 erreichen, schied dort jedoch bereits im Halbfinale aus.

Headcoach Stephan McCollister ist stolz auf sein Team: „Das Erreichen des TOP4 ist ein unglaublicher Erfolg. Wir werden weiterhin in jedem Spiel alles geben und schauen, was wir noch erreichen können.“ Betrachtet man den bisherigen Saisonverlauf, so kommt die Teilnahme am TOP4 für die Spielgemeinschaft eher überraschend. In der Hauptrundengruppe 2 hatten die AB Baskets ihre Probleme, sodass bei einer Bilanz von 11:5 letzten Endes nur der direkte Vergleich für den zweiten Platz sorgte.

Umso beeindruckender dafür das Auftreten in den Playoffs: Ohne Niederlage konnte man sich zuerst gegen die Metropol Baskets Ruhr (81:69, 89:83) durchsetzen und im Anschluss den Favoriten Eintracht Frankfurt / FRAPORT SKYLINERS überraschend ebenfalls in zwei Spielen (87:81, 91:85 n.V.) in die Schranken weisen.

Die Formkurve spricht also für die Hauptstädter, die in Shooting Guard Max Stölzel (13,1 Punkte) ihren Topscorer haben. Zusätzlich kommt der 19-Jährige auf beeindruckende 8,7 Rebound und 5,8 Assists pro Spiel und zählt somit zu den vielseitigsten Spielern der NBBL. Auch in der Serie gegen Frankfurt war Stölzel einer der Hauptfaktoren mit durchschnittlich 13 Punkten, 9,5 Rebounds und 4,5 Assists in beiden Spielen.

Die Hauptrolle spielte jedoch Small Forwad Ben Post in der regulären Saison mit 8,7 Punkten noch eher unauffällig unterwegs, folgte gegen Frankfurt förmlich eine Leistungsexplosion. Nach 19 Punkten im ersten Spiel (63,6 Prozent aus dem Feld, 4/7 von der Dreierlinie), legte er in Spiel zwei mit seinem persönlichen NBBL-Bestwert von 33 Punkten und fabelhaften Quoten (60 Prozent aus dem Feld, 6/11 von der Dreierlinie, 9/11 Freiwürfe) nochmal einmal nach. Ob er beim TOP4 auf einem ähnlichen Level performen kann, bleibt abzuwarten und dürfte letzten Endes mitentscheidend für die Erfolgsaussichten seines Teams sein.

Neben Stölzel und Post lohnt es sich außerdem, die beiden Point Guards Laszlo Cavalar (11,6 Punkte und 3,4 Assists) sowie Vincent John Friederici (10,3 Punkte und 1,9 Steals) im Auge zu behalten. Alles in allem ist im Team von Trainer Stephan McCollister, der in seine letzte Saison als Headcoach der AB Baskets geht, aber vor allem die Ausgeglichenheit der Schlüssel zum Erfolg. Insgesamt sieben Spieler kommen auf mindestens sieben Punkte pro Spiel. 

 

SAISON-STATISTIKEN:

PUNKTE 83,8 / REBOUNDS  41,3 / BLOCKS 2,6 / STEALS 12,2 / TURNOVER 17,9 / EFFEKTIVITÄT 91,1 

 

PM: NBBLgGmbH

23.05.2019|
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