Die Eingliederung möglichst aller NBBL-Spieler in passende Herrenteams ist einer der Inhalte im Jugend-Leistungsprogramm des UBC Münster. Nach der erfolgreichen Qualifikation im Juni 2019 für die Nachwuchs Basketball Bundesliga (NBBL), in der der UBC nach längerer Abstinenz und erstmals eigenständig antrat, war dies somit in der Saison 2019/20 eine neue Herausforderung. Mit Hilfe von neun beteiligten Trainern konnte diese gemeistert werden. 16 von 17 Talenten aus dem Kader des NBBL-Teams kamen in einem Herrenteam zum Einsatz, darunter vier beim Kooperationspartner TuS HammStars.

Drei UBC-Talente mit Herrenteams Meister

Exemplarisch für die 17 UBC-Youngster stehen Lorenz Neuhaus (Jahrgang 2003), Max Schell (2003) und Benedikt Christophel (2002), die mit ihren jeweiligem Herrenteam Meister wurden und aufstiegen. Die drei Schüler gehen auf die NRW-Sportschule, dem Pascal-Gymnasium Münster, wo Benedikt Christophel noch in diesem Jahr seine Abiturprüfungen ablegen wird.

Benedikt Christophel und Lorenz Neuhaus waren Leistungsträger des UBC Münster 2, dem Reserveteam des ProB-Ligisten WWU Baskets. Das Oberliga-Herrenteam von Coach Christoph Schneider verdiente sich mit 15 Siegen und nur einer Niederlage den Aufstieg in die 2. Regionalliga und wird diesen nach dem abrupten Saisonende wahrnehmen.

Aufstieg mit UBC-Reserve

Der 18-jährige Benedikt Christophel spielte rund 25 Minuten pro Spieltag, war zweimal Topscorer des Oberligameisters und erwies sich meist als sicherer Dreierschütze. Christoph Schneider ist voll des Lobes: „Seine Lernkurve ging, trotz einer zwischenzeitlichen Durststrecke in der Saison, nach oben. Er hat oft gezeigt, dass er mehr als ein „Three-And-D“-Spieler, der sich auf Dreier und Defensive spezialisiert, ist, muss diese Entwicklung jetzt weiter vorantreiben. Er hat das in ihn gesetzte Vertrauen mehr als gerechtfertigt und ich bin froh, dass er sich für unser Team entschieden hat.“

Auch Aufbauspieler Lorenz Neuhaus lobt der Coach der UBC-Reserve: „Als 16-Jähriger in ein Team mit 12 Senioren und klaren Aufstiegsambitionen zu kommen und gleich so wichtig für den Erfolg zu werden, dass man von allen Mitspielern und vom Trainer als Schlüsselspieler gesehen wird, ist schon herausragend. Lorenz hat unser Spiel verändert und auf ein neues Niveau gehoben. Er war derjenige, der alle im Team durch sein Spiel dann besser gemacht hat. Ohne ihn wären wir wohl nicht aufgestiegen und ich bin gespannt, wie sein Weg weiter gehen wird.“

Point Guard Lorenz Neuhaus spielte von Beginn an als Leistungsträger, überzeugte mit seinem Basketball-IQ und war stets in der Lage mit seinem Spielverständnis Spiele zu dominieren. Seine körperliche Unterlegenheit kompensierte er mit Tempo, Cleverness, Antizipation und Willen.

Professionelle Trainingsumfänge

Lorenz Neuhaus und Benedikt Christophel absolvierten während der letzten Saison ein umfangreiches wöchentliches Trainingsprogramm: Drei Einheiten vormittags in der NRW-Sportschule, jeweils zwei Einheiten bei den Herren und dem NBBL-Team. Beide trainierten zudem bei den WWU Baskets mit. Dazu kamen zwei Spiele im NBBL- und Herrenteam am Wochenende. Kam da nicht die Schule zu kurz?

Benedikt Christophel sagt dazu: „Der Dienstag war schon etwas stressig. Um 15:30 Uhr aus der Schule kommen, dann um 18:00 Uhr mit dem NBBL-Team trainieren, und anschließend noch zum Training der Zweiten fahren. Ansonsten war aber eigentlich alles gut machbar. Auf meine schulischen Leistungen hatte der Einsatz in beiden Teams keine Auswirkungen.“

Ähnlich äußert sich Lorenz Neuhaus: „Ab und zu war es schon anstrengend, wie zum Beispiel an den Dienstagen, an denen wir zweimal Training hatten. Mit der Schule ging es eigentlich gut klar, außer wenn wir zwei Auswärtsspiele hatten und am Montag eine Klausur geschrieben haben.“

Der Trainer ist sehr zufrieden, und die Spieler? Wie haben sie die Saison wahrgenommen? Haben sie etwas gelernt und wie verlief der Transfer der Erfahrung im Herrenbereich zu den NBBL-Spielen? Sowohl Lorenz Neuhaus als auch Benedikt Christophel fühlten sich gut von Team und Trainer aufgenommen und hatten während der Saison viel Spaß.

Benedikt Christophel zieht Bilanz: „Mir hat die Saison im Herrenteam sehr viel Spaß gemacht. Nicht nur, weil wir aufgestiegen sind und in der nächsten Saison wieder in der 2. Regionalliga spielen werden, sondern auch, weil ich gemerkt habe, wie viel Mühe und Energie Christoph in das Team gesteckt hat, so dass jedes Training intensiv war. Aber nicht nur basketballerisch hat es mir gefallen. Das Team war super! Ich kannte schon einige Spieler, aber auch die, die neu dazu gekommen sind, waren alle sehr nett. Man hat in den Spielen, in denen es eng wurde, gemerkt was für ein gutes Team wir waren und ich glaube das war auch sehr wichtig, um den Aufstieg überhaupt zu schaffen.“ Einig sind sich beide UBC-Youngster auch in dem Punkt, dass ihnen die Erfahrung im Herrenbereich bei den NBBL-Spielen geholfen hat.

Aufstieg mit Kooperationspartner TuS HammStars

Eine Liga höher in der 2. Regionalliga verdiente sich Max Schell „seine Sporen“ und hatte bei den TuS HammStars mit ihrem Coach Ivan Rosic einen strengen Lehrmeister. Der Meister der 2. Regionalliga war ebenso ambitioniert wie professionell unterwegs und dominierte während der Hinrunde die 2. Regionalliga. Der 16-jährige Max Schell trainierte dreimal wöchentlich in Hamm, ein großer Aufwand für ihn und seine Familie, die alle Fahrten übernahmen.

Dazu trainierte Max Schell ebenso wie seine NBBL-Mitspieler Lorenz Neuhaus und Benedikt Christophle dreimal wöchentlich vormittags während der Schulzeiten in der NRW-Sportschule, mit dem NBBL-Team und ab Januar zusätzlich einmal wöchentlich bei den WWU Baskets. Doch mit Fleiß, Disziplin und Opferbereitschaft absolvierte der Max Schell dieses anspruchsvolle Programm, das ihm selbst nicht so besonders vorkommt: „Der Mehraufwand ist mir nicht so aufgefallen und die schulische Leistung hat darunter auch nicht gelitten.“

Coach Ivan Rosic lobt Max Schell für seinen Fleiß und sein Durchhaltevermögen: „Max hat eine schwere Aufgabe gehabt, da er nicht nur den Übergang von der Jugend in den Seniorenbereich meistern musste, sondern auch die Umstellung vom Center zum Forward. Auf dieser Position sehen wir Max perspektivisch. Er war immer da und hat alles vorbildlich gemacht. Er hat sich sehr gut entwickelt und ist bereit für den nächsten Schritt. Wir wünschen Max alles erdenklich Gute für seine Zukunft und werden seine nächsten Schritte mit Interesse verfolgen. Außerdem bedanken wir uns beim UBC dafür, dass wir ein Jahr mit Max arbeiten konnten.“

Für Max Schell war die Saison in Hamm, die mit dem ersten Platz und dem Aufstieg in die 1. Regionalliga endete, lehrreich: „Die Saison im Herrenteam verlief gut, zwar mit Höhen und Tiefen, und ich bin sehr gut von meinem Team aufgenommen worden. Ich habe gelernt meinen Körper mehr einzusetzen und aggressiver zu spielen“, so der 16-Jährige.

Jetzt, da alle mehr Zeit zur Reflexion, Erholung und zur Definition neuer Zielformulierungen haben, bleibt die Frage nicht aus, mit welchen Zielen die drei UBC-Youngster auf ihre nächste Saison blicken:

Benedikt Christophel: „Mein Hauptziel für die nächste Saison ist es zu einem wichtigen Führungsspieler in der NBBL zu werden und mich weiterhin zu beweisen. Neben dem Basketball möchte ich mein Studium beginnen.“

Max Schell: „Meine Ziele für die nächste Saison sind in die NBBL-Playoffs zu kommen und Meister im Herrenbereich zu werden.“

Lorenz Neuhaus: „Die NBBL Playoffs erreichen. 2. Herren gut spielen und oben mitspielen. 1. Herren mitmachen.“

Beteiligte Trainer Jugend-Leistungsprogramm: Philipp Kappenstein, Ivan Rosic, Christoph Schneider, Chad Prewitt, Philip Günther, Bernd Michalski, Baris Türkel, Andrej König, Marsha Owusu Gyamfi

Das Konzept 

Allen Spielern im Jugend-Leistungsprogramm ermöglicht der UBC Münster mit dem Eintritt in die U19/NBBL den Einsatz im adäquaten Herrenteam. In der Saison 2019/20 kamen die NBBL-Spieler in den folgenden Teams zum Einsatz: WWU Baskets Münster (2. Bundesliga ProB), BG Dorsten (1. Regionalliga), TuS HammStars (2. Regionalliga und Landesliga), UBC Münster (Oberliga und Landesliga), TV Ibbenbüren (Landesliga)

 

PM: UBC Münster