Als am Sonntag die NBBL des TSV BAYER 04 Leverkusen die Max-Schmeling-Nebenhalle B in Berlin betrat, hatten alle den festen Vorsatz sich so teuer wie möglich zu verkaufen! Dass es den bis dato noch ungeschlagene Junioren von ALBA BERLIN die weiße Weste kosten sollte, hatten jedoch wohl die wenigsten auf dem Schirm. Zumal Leverkusen krankheits- und verletzungsbedingt mit einer leicht dezimierten Mannschaft auflief.

Über welch eine charakterstarke und ausgeglichene Mannschaft Leverkusen verfügt, ist jedem spätestens nach diesem Spiel klar geworden!

Gingen die ersten 5 Punkte noch an die Gastgeber, setzte Leverkusen direkt im Anschluss mit einem 10:0 run das erste Ausrufezeichen! Jedoch wollten die Bälle irgendwie nicht ihr Ziel treffen! Egal ob an der Freiwurflinie, unterm Korb oder von außen, beide Mannschaften hatten ihre Schwierigkeiten im Abschluss und so endete das erste Viertel mit einem mageren 9:12 für die Gäste.

Auch im weiteren Verlauf war das Spiel eher defensiv geprägt als punkteträchtig, was aber der Spannung und der Qualität keinen Abbruch tat. Mit einem kontinuierlichen Druck in der defense und schnellem Spiel in der offense konnten die Junioren der BAYER GIANTS ihren Vorsprung zur Halbzeit weiter auf 7 Zähler ausbauen. (21:28)

Eine Steigerung gab es dann noch einmal im dritten Viertel, in welchem die Farbenstädter nur insgesamt 8 Gegenpunkte zuließen und so mit einem spielentscheidenden Polster von 13 Zählern ins letzte Viertel gehen konnten.

Das anschließende Viertel sollte eine Kraftprobe für die Leverkusener werden. Die Berliner spielten auf einmal viel entschlossener auf, wurden immer treffsicherer und setzten den Gästen in der Verteidigung Daumenschrauben an. Zum Ende hin wurde der Abstand immer geringer und eine gute Minuten vor Schluss trafen die Berliner sogar zum Ausgleich (54:54) Aber die NBBL des TSV BAYER 04 Leverkusen hatte nicht drei Viertel hart gekämpft, um sich noch in der letzten Spielminute den Sieg nehmen zu lassen. Alle Spieler mobilisierten ein letztes Mal ihre Kräfte, blieben fokussiert, behielten im entscheidenden Moment trotz tosender Berliner-Fan-Base die Nerven und konnten das Spiel somit am Ende mit 54:55 für sich entscheiden.  Kurz gesagt: im Schulterschluss zum Sieg!

Coach Schneider zum Spiel:
„Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft! Wir haben es geschafft, über 40 Minuten lang uns an unseren Gameplan, den wir erarbeitet hatten, entlang zu hangeln. Wenn man ALBA BERLIN schlagen will, dann schafft man das nur über eine gute Verteidigung. Wir haben sowohl intensiv und physisch als auch sehr intelligent verteidigt, gut ausgeboxt und dadurch ALBA viele Stärken weggenommen. 

Das war der Schlüssel für den Erfolg in den ersten drei Vierteln. Dadurch konnten wir uns etwas absetzten und ALA auf Distanz halten. Auch offensiv sind wir sehr selbstbewusst aufgetreten und von daher auch zurecht mit einem Vorsprung ins vierte Viertel gegangen. Bei uns ist natürlich auch irgendwann der Akku immer leerer geworden. Aber gerade in der Crunch-Time bzw. in den entscheidenden Sekunden haben wir am Ende einfach sehr viel Cleverness, Mut und Selbstbewusstsein gezeigt.  Das sind alles Eigenschaften, die uns, glaube ich, zu einem verdienten Sieger in diesem Spiel machen und damit natürlich auch für eine Riesenüberraschung gesorgt habe. Innerhalb der Division lässt sich ALBA während der Saison normalerweise nicht so schlagen und daher glaube ich schon, dass wir da sehr, sehr Großes geschafft haben! Wir mussten viele Opfer bringen, haben leider sehr viele Verletzte sowohl während des Spiels als auch schon vorher gehabt. Die nächsten Wochen werden dadurch nicht einfacher, aber der Sieg ist eingefahren und die Punkte nehmen wir mit. Damit haben wir uns jetzt auch endgültig einen Playoff-Platz ergattern können. Und somit haben wir unser Saisonziel, in die Playoffs zu kommen, erreicht!
Auch wenn mit Jena ein unglaublich schwerer Gegner auf uns wartet, haben wir jetzt ein großes Polster für die nächsten Wochen und freuen uns daher auf die kommenden Aufgaben. 

Ein Extra-Lob in diesem Spiel gibt es einmal für Lukka Krämer. Der sein erstes NBBL-Spiel seiner Karriere gemacht hat und durch die ganzen Ausfälle während des Spiels in den letzten entscheidenden Minuten auf dem Feld stand und seine Sache sehr, sehr gut gemacht hat! Für einen 2003er war er auf jeden Fall mental absolut und hat uns als Mannschaft geholfen!

Das andere Lob geht definitiv an Fynn Schmitz, unserem einzigen Pointguard an diesem Tag. Er hat das Spiel immer unter Kontrolle gehabt, konnte das Tempo bestimmen, hat sehr clevere Entscheidungen getroffen und für Ruhe und Organisation auf dem Feld gesorgt.  Als Pointguard war er quasi meine verlängerte Hand und hat unseren Gameplan in Perfektion umgesetzt!“

Für Leverkusen standen auf dem Feld: E. Ildan (12/5 AS), F. Marcus (12/7), T. Fankhauser (10/7), J. Ebach (6/8), M. Kirsch (6/5), F. Schmitz (5/5 AS), L. Urspruch (4/8), D. Dujmovic, L. Krämer, J. Lungelu

 

PM: TSV Bayer Leverkusen