Auch für die verschiedenen Mannschaften des TSV Bayer 04 Leverkusen kam der Coronavirus zum unpassenden Zeitpunkt. Die Teams der Farbenstädter steckten mitten in der Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt als das Virus für die vorzeitige Absage der Wettbewerbe sorgte. Zeit für uns auf die Spielzeit 2019/20 in der 1. Regionalliga West (Herren ll), NBBL und JBBL zurückzublicken.

Herren ll – Starker Endspurt
Nach einer überragenden Saison 2018/19 in der 2. Regionalliga hatte die sportliche Leitung der BAYER-Basketballer eine klare Zielsetzung nach dem Aufstieg in die vierthöchste Spielklasse gesetzt: Der Klassenerhalt sollte erreicht werden und die Spieler der Mannschaft sich bestmöglich entwickeln. Dass am Ende ein toller siebter Tabellenplatz für die Farbenstädter heraussprang, haben wohl nicht einmal die größten Optimisten erwartet.
Jacques Schneider, Aufstiegscoach von 2018 und 2019 der „Zwoten“, übernahm im Januar 2020 das Zepter an der Seitenlinie und sollte dafür sorgen, dass die Akteure im Trikot des Rekordmeisters auch weiterhin dem „Way of GIANTS“ folgen. Es galt also im Training hart zu arbeiten und an der Spielphilosophie zu schrauben. Am Ende gelang es dem TSV tatsächlich, mit vier Siegen in Folge und einer Bilanz von 14 Erfolgen und 11 Niederlagen den siebten Rang in der 1. Regionalliga West zu erobern. Die Entscheidung über die Teilnahme an der Endrunde sollte am letzten Spieltag gegen den Tabellennachbarn BG Hagen fallen, doch Corona machte dem WBV einen Strich durch die Rechnung. Die Saison wurde vorzeitig beendet, die RheinStars Köln zum Meister der Liga erklärt.
Trotz dieses bitteren Endes, blickt Jacques Schneider voller Stolz auf 2019/20 zurück: „Es war unser Ziel die Klasse zu halten und dies ist uns früher gelungen, als wir erwartet hatten. Der Playoffmodus des WBV hat auch zum Saisonende für Spannung gesorgt und wir hatten uns nach dem gesicherten Ligaverbleib vorgenommen die Endrunde zu erreichen. Dafür haben wir, nach einem mäßigen Start ins Jahr 2020, hart gearbeitet. Woche für Woche haben sich die Jungs im Training voll reingehangen. Mit vier Siegen in Serie haben wir uns im Endspurt belohnen können daher bleibt, trotz des vorzeitigen Saisonendes, ein positives Gefühl zurück. Als jüngstes Team der Liga haben wir uns toll präsentiert und ich möchte Teamkapitän Sören Queck und den Spielern ein großes Kompliment aussprechen. Mir hat 2019/20 große Freude bereitet!“
NBBL – Keine Playoffs für die “Giganten”
Die Nachwuchs Basketball-Bundesliga hat vor Beginn der Saison den Spielmodus umgekrempelt und die Liga in Divisionen nach Leistungsklassen eingeteilt. Für die YOUNG GIANTS ging es in der Gruppe A auf Korbjagd wo starke Jugendprogramme wie die von ALBA Berlin, Science City Jena oder die Artland Dragons auf BAYER warteten.
War das Saisonziel zu Beginn die Teilnahme an den Playoffs (Anm. d. Red.: Hierfür war Tabellenplatz Sechs von acht teilnehmenden Mannschaften nötig), wurde es am Ende der Hauptrunde ein überzeugender dritter Platz (neun Siege / fünf Niederlagen) in der Abschlussrangliste. Ein großer Erfolg für den TSV Bayer 04: „Wir haben eine fantastische Runde gespielt und vom ersten Tag an eine tolle Teamchemie innerhalb der Mannschaft gehabt“, so Jacques Schneider. „Die Jungs haben sich in jede Trainingseinheit reingehangen und genau das gemacht, was Nick Brüwer (Co-Trainer) und ich verlangt haben. Die Entwicklung war wirklich erstaunlich. Umso bedauerlicher ist der Zeitpunkt, zu dem die Saison unterbrochen werden musste, auch wenn ich großes Verständnis für die Entscheidung zeige.“
Im Laufe der Woche gaben dann die Verantwortlichen der Liga bekannt, dass die Playoffs in der NBBL nicht stattfinden werden. Dennoch steht für Schneider fest, dass „wir die BAYER GIANTS Leverkusen vorbildlich und in bester Manier in Basketball-Deutschland repräsentiert haben.“ So steht auf der Habenseite u.a. ein Sieg bei ALBA Berlin – dies gelang nur den Leverkusenern in der abgelaufenen Hauptrunde.
Ein besonderes Dankeschön richtete der gebürtige Bonner an seinen Assistenztrainer Nick Brüwer und den Mannschaftsrat (bestehend aus Teamkapitän Marcel Kirsch und seine Vertreter Thomas Fankhauser sowie Henk Droste).
JBBL – Über einen Umweg in die Playoffs
Auch für die JBBL der Rheinländer geht eine lange Spielzeit abrupt zu Ende. Im Gegensatz zur NBBL und Herren ll erlebten die Leverkusener einen Teil ihres Saisonhighlights noch: In der „Best-of-Three“-Serie der Playoffs (Runde Eins) gegen die TS Jahn München verloren die „jungen Giganten“ das Hinspiel mit 56:71. Die zweite Begegnung in der heimischen Herbert-Grünewald-Halle wird aus bekannten Gründen nicht mehr stattfinden.
In der Relegation belegte BAYER in einem „Fotofinish“ noch am letzten Spieltag den ersten Tabellenplatz vor den Young Gladiators Trier und ASC Theresianum Mainz. Trainer Karsten Schul sah vor allem in der Relegation eine vor Selbstvertrauen strotzende Mannschaft, die sich von Partie zu Partie verbessern konnte: „Zunächst waren wir ein wenig betrübt, dass wir uns über die Relegation in die Playoffs kämpften mussten, da wir die Hauptrunde nur um einen Sieg verpasst hatten“, so Coach Schul „im Nachhinein war der Weg für uns der Bessere. Wir haben uns von Woche zu Woche steigern können und tolle Fortschritte gemacht. Der Höhepunkt war sicherlich die Eroberung des ersten Tabellenplatzes in der Relegationsgruppe 3 am letzten Spieltag. Die Jungs haben sich diesen Erfolg hart erkämpft und redlich verdient!“
Den Grund sieht das Trainerteam (Henning Kuhl ist der Assistenztrainer an der Seite von Coach Schul) in der „starken Team-Defensive, die in der Offensive zu einigen schnellen Zählern führte“. Wie die Saison weitergeht weiß auch Schul nicht, der aber mit einem Lächeln im Gesicht auf die Saison zurückschaut: „Mir hat die Arbeit mit den JBBL-Jungs sehr großen Spaß gemacht. Wir können mit dem Ergebnis alle sehr zufrieden sein.“
PM: TSV Bayer Leverkusen