Idyllisch ist es ja schon, da im Alb-Donau-Kreis, beim Basketball-Internat Urspring, wo man in traditionsreicher Halle sehr ehrfurchtsgebietende NBBL-Meisterbanner bestaunen kann. (Anm. d. Red.: allerdings bekäme die Halle im Bezirk Oberbayern wegen ringsum fehlenden Auslaufs keine Zulassung oberhalb der Kreisliga…).

Apropos Staunen: 0:16 kassierten die Jahnlinge nach früher eigener Führung, lagen demnach gleich mal 15:23 hinten nach dem ersten Viertel der neuen Saison. Damit nicht genug, nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Alex Kellerer (wir brauchen dich in der Rückrunde, Käptn!) folgte ein weiterer Defense-Streik, 39:59, ein fettes 20-Punkte-minus-Päckchen lag da jetzt zur Halbzeitansprache mitten in der Kabine.

Nach der Pause war den Jahn-Bubis dann offenbar klar geworden, dass all die Meisterbanner zehn bis zwanzig Jahre alt sind und Lucca Staigers 102 Punkte in einem einzigen U16-Spiel bereits im Januar 2004 gebucht wurden. Ansage: Härter Verteidigen und schwungvoller Angreifen könnte im Hier und Jetzt Früchte tragen! Vince Pados flog nun ein paar Mal Richtung Korb, ging mit 30 Zählern voran, verpasste allerdings einen Triple Double (mit neun Rebounds und sieben Ballverlusten), es mochte ihm aber außer Max Pürschel (zwölf Punkte, sieben Assists) niemand ins Reich der zweistelligen Effektivitätswerte folgen (Pados 30 (!), Pürschel 15).

Bis auf zwei mickrige Körbe kämpften sich die Münchner nochmal heran, aber am Ende machten Maximilian Langenfeld (33 Punkte), Jakob Hanzalek (23) & Co souverän den hellgrünen Sack zu, Endergebnis 97:89 für die Gastgeber. Funfact am Ende: in allen Stats waren die Unterschiede beider Teams minimal, nur brauchte Urspring für seine 18 Freiwurftreffer lediglich 25 Versuche (72%), München hingegen 33 (macht 55%) – der Teufel liegt im Detail!

Das war sie also, die erste Standortbestimmung – zurück in die Hochstr., unter der Woche fleißig weiter üben. Gute Nachrichten treffen ein: Jans Nasenbeinbruch wird operiert, bald kann auch der Headcoach die Zwillinge auseinanderhalten, Alex humpelt zwar, hat aber eine tolle Playlist fürs Warmup geschneidert, Mateos Finger sieht zwar dick aus, das lässt sich aber mit sehr viel Tape kaschieren. Und das Beste: Frank hat den Weltenburger Dome klargemacht, erstes Heimspiel seit 18 Monaten im angestammten Zwuckel-Habitat!

Da ist es längst nicht so idyllisch wie im Alb-Donau-Kreis, da stört die fette Baustelle der neuen Jahnhalle nebenan einfach zu sehr. Aber die Körbe haben auf der Heimseite bekanntlich paar Zentimeter mehr Durchmesser, darum müssen die Crailsheimer Gäste nach zehn turbulenten Jahn-Minuten mit einem heftigen 27:9 leben. Und Kassenkraft Juli Hecht konnte zudem wegen dreier verdattelter Dunks flugs 6 € aufs Konto „grober Unfug“ buchen.

Halbzeitstand 59:37. Aber ähnliches hatten die Jahn-Junioren letzte Woche genau andersrum erlebt. Der ganz große Schwung war jetzt weg, leichtfertige Ballverluste gegen die Zonendeckung, ein besser aufdrehender Emanuel Schüler (24 Punkte) auf Gästeseite – unbekümmert war dieser Sieg nicht, die Schützlinge von Armin Sperber und Timo Heinrichs mussten bis zum Schluss konzentriert zu Werke gehen.

Vince Pados („Air Hungary“) kam wieder auf 30 Punkte (neun Rebounds, diesmal nur vier Ballverluste, Effektivität folgerichtig 28!), gefolgt von Juli Hecht (zwölf Punkte, vier Dreier in vier Versuchen, den letzten zum 102:76 Endstand – die Kiste zahlt aber der Headcoach, das war so abgesprochen). Die Rookies Kyle Varner (zwölf, zwei Dreier) und Alan de Vries (elf, zwei Dreier) überzeugten ebenso wie Bigman Benjamin „Sadi“ Sadikovic (zehn) und Pointguard Eray Özal (zehn Assists).

Das macht Lust auf mehr, die Richtung stimmt! Sonntags auswärts in Tübingen und in zwei Wochen wieder im Jahn-Dome – am 31.10., 13:30, 3G, wie mittlerweile gewohnt – das sind die nächsten Bewährungsproben!

 

PM: TS Jahn München

Bildunterschrift: Die Münchener Mannschaft (schwarze Trikots) beim Tip-off gegen Urspring.

Foto: Urspring Basketball