Nah dran an einer Überraschung war über gut 30 Minuten das NBBL-Team gegen den Titelverteidiger FC Bayern München. Dabei zeigte die komplette Mannschaft, dass sie im Stande ist mit dem Tabellenzweiten mitzuspielen, am Ende setzte sich aber die individuelle und körperliche Überlegenheit der Gäste durch.

Schon von Beginn an waren die Gießener im Spiel und gingen durch einen Dreier von Tim Schneider mit 5:4 in Führung. Doch mit einigen Ballverlusten erlaubten die Nachwuchs-46ers den Favoriten auf 6:12 vorzulegen. Es folgten die stärksten Minuten von Nico Lagerman, der seine Farben mit acht Punkten auf Tuchfühlung hielt. Sebastian Brach erzielte wenig später nach einem Offensivrebound von Finn Jakob per Dreier sogar die 17:16-Führung. Defensiv ließen die Jungs von Trainer Ivica Piljanovic wenig zu, vergaben vorne aber einige Chancen, obwohl sie auch am offensiven Brett gute Arbeit leisteten. Henrik Kalusche hatte mit einem Tipp-In zum 19:18 den Weg zum Gewinn des ersten Viertels bereitet, doch 1,4 Sekunden vor der Sirene sahen die Schiedsrichter ein Foul an Bayerns Topscorer Sasha Grant. Der bis dato punktelose Italiener sorgte von der Freiwurflinie doch noch für das 19:20.

Nils Schmitz und Michael Rataj starteten das zweite Viertel mit zwei Dreiern für Bayern, doch die Gießener Spieler, die von der Bank gekommen waren, hielten dagegen. Paul Schneider zog energisch zum Korb und bediente Hannes Bergmann, der zum 23:28 ablegen konnte. Ein Dreier mit Ablauf der Wurfuhr von Nico Lagerman sorgte sogar für das 27:30. Auch wenn sich dann die zweite Fünf beachtlich schlug, sorgte Bayerns Sasha Grant für die erste zweistellige Führung des Spiels. Nach dem 27:39 setzte erneut der Kronberger Flügelspieler das Ausrufezeichen der Partie. Zwei Münchner standen staunend da, als sich Nico Lagerman zum spektakulären Dunking durch sie hindurch katapultierte. Den Startschuss zum Endspurt in der Hälfte nutzten Robin Njie nach einem weiteren Offensivrebound und der Dunkende selbst dazu, vor der Pause auf 33:39 zu verkürzen.

Den Gießener 8:0-Lauf schloss Sebastian Brach mit zwei Freiwürfen nach dem Seitenwechsel ab. Die Münchener kontrollierten nun besser die Zone und die Lahnstädter verlagerten ihre Abschlüsse vermehrt auf die Dreierlinie. Die Bayern drohten sich erneut abzusetzen, doch Tim Schneider und Nico Lagerman wussten dies zu verhindern. Auch defensiv legten die Gastgeber ein gutes Viertel aufs Parkett, sodass sie sich langsam aber sicher an die Süddeutschen heranrobbten. Ohne Sebastian Brach und Nico Lagerman auf dem Feld führte Tim Schneider sein Team mit den Rotationsspielern zwei Minuten vor Viertelende sogar zum 47:47-Ausgleich. Mit einem langen Zweier und einem Dreier stellte Michael Rataj allerdings vor dem Schlussviertel den Halbzeitstandabstand fast wieder her.

Das 49:54 erhöhte Luis Wulff direkt per Distanztreffer und die Bayern lagen wenig später wieder mit zehn Punkten in Front. Doch mit einem Dreier von Sebastian Brach blieben die Mittelhessen im Spiel und vergaben sogar einige Chancen noch näher zu kommen. Auch wenn der offensive Rhythmus Bestand hatte ließen die 46ers defensiv nun mehr zu. Bayern nutzte ihre Physis und ihr individuelles Talent nun konsequenter aus. So sorgten ein Coast-to-Coast-Layup von Karl Maruschka oder ein weiterer Lagerman-Dunk nur dafür, dass der Rückstand im Bereich um zehn Punkte blieb. Robin Njie sorgte nach einem Steal noch für das 62:73, doch in der Folge trafen die Gastgeber nichts mehr. So siegten die Bayern am Ende mit 62:78.

Doch am drittletzten Spieltag bleibt für die ROTH Energie BBA GIESSEN 46ers auch einiges Positives aus der Niederlage. Über weite Strecken des Spiels waren die Piljanovic-Schützlinge das stärkere Team im Rebound, erst im letzten Viertel wendete sich das Blatt etwas zu Gunsten der Bayern, bei denen kein Spieler im Kader unter 1,90m misst. Alle zehn eingesetzten Spieler kamen zu Punkten und egal welche Wechsel vollzogen wurden, ein Bruch kam nicht ins Spiel. Mit dem guten Gefühl können die U19-Jungs jetzt in die zwei Wochen Pause vor dem letzten Heimspiel der Hauptrunde gegen den ungeschlagenen Tabellenführer aus Ludwigsburg gehen.

NBBL: ROTH Energie BBA GIESSEN 46ers – FC Bayern München 62:78 (33:39)

Viertelergebnisse: 19:20, 14:19, 16:15, 13:24

ROTH Energie BBA GIESSEN 46ers: Hannes Bergmann (3), Karl Maruschka (2), Tim Schneider (11), Nicolas Lagerman (20), Robin Njie (4), Henrik Kalusche (2), Fabian Baumgarten (2), Sebastian Brach (12), Finn Jakob (4), Paul Schneider (2)

Nächste Partie: ROTH Energie BBA GIESSEN 46ers – Porsche BBA Ludwigsburg (Sonntag, 1. März, 13.00 Uhr, Sporthalle Gießen-Ost)

 

Das erste Viertel verschlafen und über lange Strecken ohne Spielgestalter Christopher Herget agiert, so war für die JBBL-Jungs der ROTH Energie BBA GIESSEN 46ers in Düsseldorf nichts zu holen. Auch im dritten Duell der Saison unterlagen die Mittelhessen dem Tabellenzweiten.

Beide Teams hatten durch Orkantief Sabine am Wochenende zuvor frei und es schien so, als ob der Sturm auch den Rhythmus beider Seiten durcheinander gewirbelt hatte. Dabei war das Problem der Gießener nicht das Herausspielen von Abschlüssen, sondern vor allem die Verwertung dieser. Magere fünf Punkte brachte das Team von Coach Marcus Krapp in den ersten zehn Minuten auf die Anzeigetafel. Dabei half nicht unbedingt, dass die Schiedsrichter mit ihrer ungewöhnlich kleinlichen Linie Christopher Herget früh mit zwei Fouls bedachten. Da auch die Gastgeber, die aus eigener Kraft noch die Hauptrundengruppe 3 gewinnen können, nicht in ihren offensiven Rhythmus kamen, stand es nach zehn Minuten nur 5:14.

Die Viertelpause tat den Krapp-Schützlingen sichtbar gut, denn in der Folge spielten die Mittelhessen auf Augenhöhe mit den Rheinländern. Doch Aufholen konnten sie nicht, dafür erlaubten sie über die gesamte Partie zu viele Offensivrebounds. Von den 28 Fehlwürfen der Düsseldorfer holten sie sich zwölf Stück für zweite Chancen zurück. Insgesamt dominierten sie die Zone und erzielten 46 ihrer 80 Punkte aus dem farblich hervorgehobenen Bereich des Parketts. Beim Stand von 20:30 baten die Schiedsrichter zur Pause.

War Christopher Herget durch seine Fouls bereits in der ersten Halbzeit nicht im Spiel, musste der Point Guard nach der Pause das Spiel ganz verlassen. Zwei Offensivfouls innerhalb einer Minute sahen die Schiedsrichter. Die Gastgeber nutzten dies und gingen mit 39:22 in Führung. Doch auch im dritten Viertel blieben die ROTH Energie BBA GIESSEN 46ers im Spiel und kämpften sich zurück zum Pausenabstand. Doch die NRW-Landeshauptstädter konnten sich am Sonntagmittag auf Finn Pook verlassen. War der Topscorer im ersten Hauptrundenspiel noch von Christopher Herget und Tristan Göbel aus dem Spiel genommen, konnte er diesmal Schalten und Walten, wie er wollte. 29 Punkte machte er, wobei er zehn von zwölf Würfen aus der Zweierdistanz traf. Vor dem Schlussviertel waren die Gießener beim 39:54 noch nicht abgeschlagen.

Dort kamen die Gäste nicht mehr näher heran. Düsseldorf hielt den Abstand konstant bei 15 bis 17 Punkten. Dabei überraschte Alioune Mbaye, der in den ersten beiden Aufeinandertreffen zusammen vier Punkte machte, mit 22 Punkten und hervorragender Trefferquote aus der Nahdistanz. Während die Giants 70% ihrer Zweipunktewürfe trafen, kamen die 46ers nur bei 36% ihrer Würfe von näher als 6,75m zum Erfolg. Die letzten zwölf Punkte des Spiels machten dann auch die Düsseldorfer, sodass am Ende ein 80:51 von der Anzeigetafel leuchtete.

Doch die Niederlage in einem schwachen Spiel ändert nichts an der Chance auf den dritten oder vierten Platz in der Gruppe. Mit den beiden Heimspielen am Donnerstag gegen Bonn/Rhöndorf und am Sonntag gegen Heidelberg haben es die Krapp-Jungs noch in der eigenen Hand die erste Playoff-Runde mit Heimrecht zu beginnen.

JBBL: ART Giants Düsseldorf – ROTH Energie BBA GIESSEN 46ers 80:51 (30:20)

Viertelergebnisse: 14:5, 16:15, 24:19, 26:12

ROTH Energie BBA GIESSEN 46ers: Hanno Kotulla (4), Phillip Becker (8), Christopher Herget (4), Detwan Andrews, Vincent Stöckel (2), Noah Sann (2), David Sann (5), Tristan Göbel (15), Dusan Nikolic (11), Lorenz Kohl

Nächste Partie: ROTH Energie BBA GIESSEN 46ers – Team Bonn/Rhöndorf (Donnerstag, 20. Februar, 20.00 Uhr, Sporthalle Gießen-Ost)

 

PM: Gießen 46ers