NBBL-ALBA-Berlin-vs-Sharks-Hamburg-(28) ALBA Berlin: Unterschätze niemals das Herz eines Champions!

Die Historie: ALBA Berlin war in der bisherigen NBBL-Historie das einzige Team aus dem „Norden“, das in die Phalanx der NBBL-Champions aus dem Süden, Urspring und Breitengüßbach, eindringen konnte. 2009 gewannen die Albatrosse den Titel unter Coach Henrik Rödl und angeführt vom heutigen ALBA-Profi Niels Giffey in eigener Halle, vergangenes Jahr holten sie den Titel mit Ismet Akpinar (der heute ebenfalls im BBL-Kader von Berlin steht) an der Spitze bei der Endrunde in Quakenbrück. Nun setzen die Hauptstädter an zum dritten Streich…

Die Saison: Ganz souverän pflügte der Titelverteidiger durch die Hauptrunde: In 16 Spielen gab es nur eine Niederlage. Diese kassierte ALBA Anfang Februar im Nachholspiel bei den Piraten Hamburg, und das hauptsächlich dank eines desaströsen dritten Viertels (9:25). Eine Schlappe, die zu verschmerzen war, dominierten die Albatrosse die Gegner in der Division Nordost teilweise nach Belieben. Nur 59 Punkte erlaubte Berlin seinen Gegnern im Schnitt, mit 88 erzielten Punkten pro Partie stellte der amtierende Titelträger auch die beste Offensive der Division. Weniger Probleme als erwartet hatte ALBA dann auch in der 1. Playoff-Runde gegen das Team Bonn/Rhöndorf: Fiel der Sieg im Heimspiel mit 80:66 vielleicht ein paar Punkte zu hoch aus, so überzeugten die Berliner in Bonn beim 100:77-Auswärtserfolg auf ganzer Linie.

Die Stärken: Zwei Stärken wurden schon angesprochen: Die Defense, die trotz einiger Varianten (Full Court, Halbfeldpresse etc.) immer mit höchster Intensität betrieben wird, und die Fähigkeit, offensiv viele Waffen zu haben. Waren vergangene Saison noch Ismet Akpinar und Center Niklas Ney die wichtigsten Option, so ist die Verantwortung im Angriff heuer auf mehrere Schultern verteilt. Vier Spieler punkten im Schnitt zweistellig, fünf weitere erzielen mindestens sechs Punkte pro Spiel. Damit ist ALBA dieses Jahr schwerer auszurechnen als im vergangenen, als Akpinar vieles mit seiner individuellen Klasse regelte und Ney mit seiner physischen Präsenz. Stark ist auch Berlins Dreierquote von rund 45 Prozent. Weiteres Plus: Knapp 15 Rebbunds greifen die Berliner pro Partie am offensiven Brett ab und kreieren damit viele zweite Chancen.

Die Schwächen: Über 18 Ballverluste leistet sich die Truppe von Headcoach Konstantin Lwowsky pro Spiel – eindeutig zu viele! Auch die Freiwurfquote von rund 69 Prozent als Team ist ausbaufähig. Und: Was die statistischen Topwerte wirklich wert sind, wird sich in der 2. Playoff-Runde oder spätestens beim TOP4 gegen die besten Teams Deutschlands zeigen, denn im bisherigen Saisonverlauf sind die Berliner (zu) selten richtig gefordert worden.

NBBL-ALBA-Berlin-vs-Sharks-Hamburg-(7) Die Stars: Im Fokus steht Moritz Wagner – und das nicht nur in Berlins NBBL-Team. Der 17-Jährige  hat seine komplette basketballerische Ausbildung bei ALBA erhalten, soll nun aber sehr konkret mit einem Wechsel in die NCAA liebäugeln, wo schon mehrere namhafte Colleges ein Auge auf den Deutschen geworfen haben. Deshalb soll Wagner auch einen Vier-Jahres-Vertrag bei ALBA ausgeschlagen haben. Wie dem auch sei, vor dem möglichen Sprung über den Großen Teich möchte Wagner zunächst nach Hagen – zum TOP4. Den Weg dorthin hat Wagner bis jetzt mit 16,6 Punkten und 5,1 Rebbunds pro Spiel geebnet; auch eine 55-prozentige Dreierquote steht für den 2,07 Meter großen Power Forward zu Buche. Jannes Hundt ist der korbgefährliche Point Guard der Albatrosse: 12,4 Punkte erzielt Hundt im Schnitt, dazu kommen drei Assists pro Partie. In Sachen Effektivität wird der Spielmacher noch übertrumpft von Robert Glöckner, der in nur 18 Minuten Spielzeit auf 11,2 PpS und 5,7 RpS kommt.

Die Prognose: In der Viertelfinal-Serie gegen die Baskets Akademie Weser-Ems sind die Albatrosse erneut Favorit, der neuerliche Einzug ins TOP4 ist nicht unmöglich. Und wer neuer Champion werden will, der muss erst einmal am Titelverteidiger vorbei…

PM: NBBL / JF

 

Fotos: ALBA Berlin