Die NBBL- und JBBL-Saison ist aufgrund der Corona-Virus – wie in vielen anderen professionellen Ligen – vorzeitig beendet worden. Während die Spieler bemüht sind, sich individuell fit zu halten, ist den Trainern im U19- und U16-Bereich von einem Tag auf den anderen ihre tägliche Arbeit genommen worden. Wir haben bei einigen Coaches aus NBBL und JBBL nachgefragt, wie sie mit der Situation umgehen – und nicht zuletzt, ob die Existenz ihrer Vereine und ihre persönliche als Basketballtrainer auf dem Spiel steht. Heute erzählt Robby Steinberg, Sportdirektor bei der Internationalen Basketball Akademie München (IBAM und Head Coach des NBBL-Teams und der 1. Regionalliga Herren, wie sein Verein mit dem Thema Corona umgeht.

 

Robby, wie war es für Dich und Dein Team, dass die Saison abgebrochen wurde?

Robby Steinberg: Es war natürllich bitter für uns. Wir wären sehr gerne in die Play-Offs gegangen, um uns weiter mit den anderen Spitzen-Teams wie denen aus Ludwigsburg, dem FC Bayern und Frankfurt zu messen. Unser Team ist sehr talentiert und wir haben natürlich hart dafür gearbeitet, ein ganzes Jahr oben mit dabei zu sein.

 

Die Hallen sind geschlossen, nirgendwo wird Basketball gespielt. Womit verbringst Du jetzt Deine Tage?

Als Sportdirektor der IBAM habe ich weiterhin viel zu tun. Jetzt habe ich aktuell mehr Zeit, um außerhalb der rein basketballerischen Themen für die Zukunft zu planen und für die kommende Spielzeit vorzubereiten. Zudem bin ich aktuell in sehr regem Kontakt mit verschiedenen Agenten, Bundesliga-Teams, Trainern und anderen Funktionären. Es ist mir wichtig, die 2001er Jungs, die die IBAM verlassen, gut an den nächsten Verein zu vermitteln. Insbesondere die US-Colleges haben ja ein Auge auf die Spieler der IBAM geworfen, weil sie wissen, dass wir sehr gut ausbilden. Nicht ohne Grund haben wir jetzt drei Spieler – von weniger als 20 Deutschen – an ein US-College geschickt.

 

Die Spieler müssen sich weiter fit halten; wie sorgt Ihr dafür und wie haltet Ihr Kontakt zu Euren Jungs?

Der Trainerstab hat ein angepasstes Athletikprogramm herausgegeben, dass die Jungs einhalten sollen. Ich spreche ja grundsätzlich viel persönlich mit den Jungs, insbesondere einzeln. Ausserdem haben wir Video-Calls am Laufen, in denen wir Trainingssessions durchführen, aber auch mal über sowas wie “The last dance” reden!

 

“Wir können die aktuelle Situation als Chance
nutzen, um uns besser aufzustellen”

 

Wie ist die Situation in Eurem Verein: Herrscht viel Unsicherheit oder kann vieles wie geplant weitergehen?

Die IBAM hat ja das Glück, als Leistungsabteilung des Vereins MTSV Schwabing agieren zu können. Der Verein stützt sich auf viele Sparten, des weiteren sind ja die Bundesligateams als eigene UG organisiert. Wir sind deshalb nicht wie manche andere Vereine nur abhängig von einem Großsponsor. Aktuell planen wir mit verschiedenen Szenarien, um bei verschiedenen Start-Terminen den Trainings- und Spielbetrieb dann gleich wieder aufnehmen zu können.

 

Gibt es durch COVID-19 existenzielle Probleme für Euren Verein?

Nein. Wir können das eher als Chance nutzen, um uns besser aufzustellen.

 

 

 

Welche finanziellen Auswirkungen hat der Shutdown auf Dich als Trainer? Bist Du fest angestellt oder arbeitest Du auf Honorarbasis?

Für mich persönlich sind die Einschränkungen nicht groß. Ich habe einen Ausfall, weil ich wie sonst keine Indidivualtrainings anbieten kann – gewöhnlich trainiere ich in Privattrainings einige talentierte Jungspieler und im Sommer dann in den USA auch NBA-Spieler. Ich bin ja aber auch Angestellter einer Firma, die im Bereich Elektronik und Softwareentwicklung für verschiedene sehr hochentwickelte Technologien arbeitet, die weiterhin sehr gefragt sind.

 

Dein persönlicher Tipp für die sportliche Freizeitgestaltung in Corona-Zeiten? 

Ich empfehle, sich eine Fitness-App herunterzuladen. Damit hat man einen guten Guide, um sich über den Tag zu motivieren und zu kontrollieren. Vielleicht noch Schattenboxen?! Das wäre jetzt mal ein schöner Einstieg, da wir in diesen Zeiten grundsätzlich entschleunigen sollten und uns auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren sollten.

 

Gibt es etwas, was Dir durch die Corona-Krise besonders bewusst geworden ist?

Mit fällt insbesondere auf, wie stark die Globalisierung mit ihren Abhängigkeiten fortgeschritten ist wie vieles auf den Kommerz einzelner ausgerichtet ist.  Wichtig ist doch aber, dass wir gemeinsam an guten Sachen arbeiten und dabei die Dinge für alle fair vorantreiben. Ich bin jemand, der sich mit Menschen sehr gerne austauscht, damit wir zusammen mit positiver Energie Sachen anpacken.  Jeder sollte sich zukünftig besser auf die wirklich notwendigen und wertvollen Dingen konzentrieren.

 

Irgendwann wird es den Tag eins geben, an dem die Normalität zurückkehrt. Was wirst Du als erstes machen?

Die Lockerung werden ja schrittweise erfolgen. Deswegen wird es keinen Tag eins geben, an dem wir wieder Basketball spielen dürfen und alles wieder normal sein wird. Ich fühle mich aktuell nicht so stark eingeschränkt. Es sind im Moment andere Dinge mehr im Fokus, die sonst das Basketball Training selbst einnimmt.

 

PM: NBBL gGmbH / JF