Wer hat das Zeug zum Champion? – Teil II

Deutscher Meister in der NBBL, Deutscher Meister in der JBBL, gekürt in der heimischen ENERVIE Arena – die Verantwortlichen bei Phoenix Hagen dürften angesichts solcher Träumereien vor Aufregung kaum in den Schlaf finden. Ziemlich real ist allerdings die Aussicht, dass der TOP4-Ausrichter mit zwei eigenen Teams dabei ist – wenn die Youngsters am Wochenende ihren großen Brüdern folgen… Teil II unserer kleinen Serie.

 

Phoenix Hagen Youngsters: Auf den Spuren der großen Brüder

Die Historie: Hagen ist kein Unbekannter im TOP4-Reigen, allerdings waren die Westfalen noch nie mit ihrer U16-Truppe bei der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft vertreten. 2012 war die Mannschaft um die heutigen NBBL`ler Haris Hujic und Jonas Grof kurz davor, das TOP4-Turnier in der heimischen ENERVIE Arena zu erreichen, scheiterte aber am späteren Meister Paderborn. Drei Jahre später die selbe Ausgangsposition, aber ein anderer Gegner: „Nur“ noch ALBA Berlin steht zwischen Hagen und dem „Finale dahoam“.

Die Saison: Nur einen Ausrutscher leisteten sich die Youngsters in der Vorrunden-Gruppe Nordwest, nämlich bei der 83:95-Niederlage bei den Young Dragons Quakenbrück, einem anderen aktuellen Viertelfinalisten. Ansonsten hielten sich die Westfalen schadlos, fuhren neun Siege ein und mussten sich anschließend in der Hauptrunde auch nur einmal geschlagen geben: Die 55:76-Niederlage gegen die Basketball Akademie Giessen Mittelhessen (Quakenbrück und Giessen stehen sich aktuell in der anderen Viertelfinalserie gegenüber) war die erste Heimniederlage der Hagener in der laufenden JBBL-Saison. Nach dem 2:0-Erfolg in der Achtelfinal-Serie gegen die Eisbären Bremerhaven landeten die jungen Feuervögel im ersten Viertelfinale bei ALBA Berlin einen 97:85-Sieg nach Verlängerung bei ALBA Berlin; mit einem Sieg im Heimspiel am kommenden Sonntag könnte Hagen also den TOP4-Einzug perfekt machen. Der Erfolg in der Hauptstadt war ein echter Paukenschlag, waren die Albatrosse bis dato doch in 22 Spielen ungeschlagen geblieben.

Die Stärken: Phoenix verfährt nach dem Motto „Vorne einen Korb schmeißen als hinten kassieren“ statt umgekehrt, sprich: Trumpf der Hagener ist ihre Firepower in der Offensive. Mehr als einmal kratzten sie im bisherigen Saisonverlauf an der 100-Punkte-Marke, im Hauptrundenspiel gegen die Carbon Baskets (137:49) fiel sie beispielsweise eindrucksvoll. Fünf Spieler punkten im Schnitt zweistellig, in der Vorrunde erzielten die Youngsters 97 Punkte pro Partie. Außerdem dominieren die Westfalen am Brett: Rund 44 Rebounds greifen sie sich durchschnittlich ab.

Die Schwächen: Hohes Tempo und schnelle Abschlüsse bedingen fast automatisch Ballverluste: Die stürmische Truppe von Headcoach Matthias Grothe leistet sich derer zu viele, nämlich plus minus 20 pro Spiel. Auch die Dreier-Quote von etwa 25 Prozent verleitet keinen Gegner dazu, den Hagener Außenspielern allzu dicht auf die Pelle zu rücken.

Die Stars: 2,03 Meter, 90 Kilo – für JBBL-Verhältnisse füllt Vladimir Pinchuk seine Position als Power Forward im wahrsten Sinne des Wortes ideal aus. Seine Physis macht den gerade 16 Jahre alt gewordenen Youngster zum Topscorer der Hagener, nutzt er diese doch für 17,6 Punkte und 11,0 Rebounds pro Spiel. Ihn stets im Augenwinkel im Blick hat Jasper Günther: Hagens Point Guard verteilt pro Spiel fünf Assists und klaut dem Gegner knapp dreimal den Ball. Außerdem erzielt Günther 13,4 PpS und damit nur marginal weniger als Pinchuks Forward-Kollege Lutz Friedrich Walhöfer, der sich bislang 15,7 PpS und 7,5 RpS ins persönliche Statistikbuch schrieb.

Die Prognose: Spiel eins im Viertelfinale gegen die Albatrosse war bereits ein harter Kampf, die Ausgangslage vor Spiel zwei kann entweder beflügeln oder lähmen: Ist der Druck zu Hause, das TOP4 dicht vor Augen, zu groß oder animiert die Aussicht, gleich mit zwei Hagener Teams (die NBBL-Mannschaft hat die TOP4-Quali bereits am vergangenen Wochenende perfekt gemacht) zu großen Taten? Schaffen es die Youngsters, in der Runde der letzten Acht auch die Riesenhürde ALBA aus dem Weg zu räumen, ist ihnen bei der Endrunde alles zuzutrauen.

 

PM: NBBL gGmbH / JF

30.04.2015|