Nachwuchs und Jugend Basketball Bundesliga

Ulm: Unterm Radar – Christoph Philipps

  • ulm 2017 christoph philipps

Eigengewächs, Junioren-Nationalspieler, Riesentalent: Der Weg von Christoph Philipps von der Ulmer U18 in Richtung Basketball-Bundesliga schien vorgezeichnet – bis zum Sommer 2015. Da bekam die steile Entwicklungskurve des gebürtigen Münchners eine tiefe Kerbe. Mit einer bitteren Viertelfinal-Niederlage war die NBBL-Saison gerade zu Ende gegangen, als den 16-Jährigen plötzliche Knieschmerzen im Training zu einer Pause auf ungewisse Zeit zwangen. Immer und immer wieder bescheinigten ihm die Ärzte ob der mysteriösen Verletzung eine Verlängerung der Basketball-freien Zeit.

„Diese Ungewissheit war schlimm“, bekennt er. Dennoch blieb der Vollblut-Basketballer seinem Team treu, begleitete seine Mannschaftskollegen auf Auswärtsspiele und rief ihnen aufmunternde Worte von der Bank aus zu. „Nur daheim vor dem Handy zu sitzen wäre nichts für mich gewesen. Ich wollte unbedingt Teil des Teams bleiben“, so der willensstarke 18-Jährige, über den sein Coach Danny Jansson sagt: „Was Trainingsbeteiligung angeht, gehörte Chrissi auch in seiner Verletzungsphase zur Top-Fünf.“ Selbst nach der OP im März 2016, die den Knorpel- und Knochenschaden im Knie behob und dem damaligen Abiturient endlich neue Hoffnung gab, war Philipps regelmäßiger Trainingsgast.

„Erst wenn du so einen Albtraum durchgemacht hast, lernst du deinen Sport so richtig zu lieben.“

Fleißig folgte er im Kraftraum seinem Rehaplan – und lernte, den Basketball, für den seit zwölf Jahren sein Herz schlägt, erst so richtig wertzuschätzen: „Wenn du was nicht haben kannst, dann merkst du erst richtig, wie es dir fehlt. Erst wenn du so einen Albtraum durchgemacht hast, lernst du deinen Sport so richtig zu lieben.“ Und wenn die Teamkollegen mal nicht 100 Prozent gaben, dann lautete Philipps schlichte Antwort: „Seid doch froh, dass ihr trainieren dürft.“

Es waren dann die kleinen Schritte, aus denen das Talent nach der Operation Kraft schöpfte: Vom ersten Gang ohne Krücken über die erste Joggingrunde und den ersten richtigen Sprung bis hin zum ersten Training – „das war alles besonders“. Den Höhepunkt und gleichzeitigen Abschluss seiner Rekonvaleszenz erlebte das 2,01 Meter große Talent schließlich am 5. Februar, als er sich nach 21 Monaten endlich wieder ein Uuulmer Trikot überstreifen durfte. „Ein Wahnsinnsgefühl“, das er so schnell nicht mehr missen möchte, wenngleich die Trainer den Forward mit seinen hohen Erwartungen an sich selbst immer wieder zügeln müssen: „Sie betonen, dass ich Geduld haben muss, aber manchmal ist das schwer zu akzeptieren.“

Dass ihm noch einige Prozente in Sachen Spielübersicht und Kondition fehlen, ist dem Flügelspieler dagegen bewusst: „Ich weiß, dass es ein harter Weg wird, aber ich weiß auch, dass ich es besser kann.“ Den Traum von der Basketball-Karriere hat Chrissi Philipps nach dem 21-monatigen Albtraum jedenfalls noch längst nicht ausgeträumt.

Die Rubrik „Unterm Radar“ erscheint regelmäßig im Printmagazin von Basketball-Bundesligist ratiopharm ulm (OrangeZone.Magazin). Die neue Ausgabe gibt es online unter ratiopharm ulm oder ab Samstag als Print-Variante überall in Ulm & Neu-Ulm.

PM & Fotos: ratiopharm ulm

16.03.2017|