Metropol: Von ALBA nur die Rücklichter gesehen

Am Ende der für sie letzten 40 Spielminuten in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL) flossen bei den Spielern der Metropol Baskets Ruhr die Tränen: Nach dem 71:94 (40:48) gegen den hohen Favoriten Alba Berlin sind die Metropol Baskets, Kooperationsteam von ETB SW Essen und Citybasket Recklinghausen, im Achtelfinale der JBBL ausgeschieden.  Der Schmerz der Niederlage saß tief, das Saisonende ist unwiederbringlich da. Erst in ein paar Tagen wird den Spielern bewusst sein: Ein Jahr nach dem Bronzemedaillengewinn von Ulm hat das JBBL-Team der Metropol Baskets Ruhr mit dem Einzug ins Achtelfinale und schlussendlich Platz neun in Deutschland erneut einen großartigen Erfolg gefeiert.

Es war schon Respekt einflößend, als der moderne Mannschaftsbus von Alba Berlin am Sonntagmittag auf den Campus Vest in Recklinghausen einfuhr. Der blaue Bus mit dem großen Albatross hatte seine Wirkung auf die Metropol Baskets nicht verfehlt: 0:14 hieß es nach wenigen Spielminuten in der Vestischen Arena. Mit der aggressiven Pressdeckung der Berliner hatte das Ruhrgebiets-Team seine liebe Mühe. Am Ende standen 31 Ballverluste für Metropol auf dem Statistikbogen – zu viele, um für eine Sensation zu sorgen. Beim 0:14 nahm Philipp Stachula, Metropols Trainer-Rookie mit riesigem Potenzial, seine erste Auszeit. Und er wechselte seinen „go to guy“ Till Hornscheidt ein, den Stachula immer von der Bank kommen lässt. Der 16-jährige Velberter sorgte dann auch im Alleingang dafür, dass die Gastgeber wieder auf Tuchfühlung kamen. Hornscheidt war selbst mit konsequenter Doppeldeckung nicht auszuschalten.

Dennoch ging das erste Viertel aus Metropol-Sicht 16:26 verloren, doch nun war der Respekt aus den Trikots geschüttelt. Es folgte ein zweites Viertel, an das sich alle Spieler noch lange zurückerinnern werden: Punkt für Punkt holte der Außenseiter auf. Und als dann Flügelspieler Andreas Altekruse heiß lief, hielt es kaum noch jemanden auf den Sitzen: Mit einem Dreier traf der Dorstener zur 36:35-Führung, legte kurz darauf zum 38:37 nach. Knapp 300 Zuschauer, sofern sie nicht die 500 Kilometer von Berlin ins Ruhrgebiet hinter sich gelegt hatten, waren aus dem Häuschen und feuerten die Metropol Baskets an. Die Vestische Arena mutierte für wenige Minuten zum Tollhaus. Doch die jungen Albatrosse blieben cool, konterten und gingen zur Pause wieder mit 48:40 in Führung.

 

Und leider begann die zweite Hälfte ähnlich wie die erste: Alba legte pausenübergreifend einen 15:0-Run hin, führte 56:40. Doch die von Philipp Stachula und Co Pit Lüschper gut eingestellten Metropol Baskets kämpften. Sie kämpften um jeden Punkt und um jeden Ball, brachten sich bis zur letzten Viertelpause wieder auf 58:67 heran, machten das 59:67 und sorgten für neue Hoffnung im Team und auf den Rängen. Doch die ärgerlichen Ballverluste gegen die Alba-Presse knackten dann diese Hoffnungsschimmer. Alba konnte immer wieder einfach punkten, während sich Metropol seine Körbe hart erarbeiten musste. Die bessere Mannschaft setzte sich letztlich verdient durch, nutzte seine Größenvorteile aus – die Spieler im Alba-Kader sind im Schnitt vier Zentimeter größer als die Metropol-Akteure – und zog ins Viertelfinale der JBBL ein. Bis zum Top4-Turnier in Frankfurt am letzten Mai-Wochenende sind es für die Berliner nur noch wenige Meter. Die Metropol Baskets Ruhr sahen am Sonntagabend hingegen nur noch die Rücklichter des Alba-Busses.

 

Dennoch kann die Essen/Recklinghäuser Kombination hoch erhobenen Hauptes aus einer starken JBBL-Saison gehen. Sechs Akteure des Jahrgangs 2002 sammelten schon Spielpraxis für die neue Saison, in der die Metropol Baskets Ruhr einen neuen Anlauf auf die Playoffs der besten deutschen Nachwuchsbasketballer unternehmen. Nicht mehr dabei ist dann Till Hornscheidt, der mit 38 Punkten in 31:33 Minuten am Sonntag erneut eine Galavorstellung gab. Hornscheidt ist mit 29,1 Punkten im Schnitt – erzielt in 28:29 Spielminuten – der mit großem Abstand deutschlandweit beste Scorer der Jugend-Basketball-Bundesliga und wird diese Position wohl auch nach dem Aus im Achtelfinale nicht mehr abgeben.

Metropol Baskets Ruhr: Patrick Liebert (1), Tidjane Sow (2), Andreas Altekruse (9/1), Robin Danes, Till Hornscheidt (38/5), Lennard Kaprolat (7/1), Finn Pause, Malte Thimm (2), Noah Wierig, Fynn Dallinga, Dennis Ded, Jan Philipp Wüllrich (12/1); Valentin Bredeck, Nils Charfreitag, Wesley Knaup, Jannis Künsken, Luca Michels, Lennart Rieken, Paul Sundheim, Jonas Thiehoff und Julian Albers.  Coaches: Philipp Stachula, Pit Lüschper. Betreuer: Nils Stachowiak.

 

PM: Metropol Baskets Ruhr

 

Foto 1: Am Ende sahen die Metropol Baskets Ruhr nur noch die Rücklichter des Alba-Busses – mit den Erfolgen des deutschen Vorzeige-Vereins im Basketball.

Foto 2: Ein letztes Mal zum Spielerkreis versammelt: Für die Metropol Baskets Ruhr ist die JBBL-Saison nach dem Aus im Achtelfinale beendet.

Foto 3: Mit hängenden Köpfen und Tränen in den Augen ging es für die Metropol Baskets Ruhr die Saison zu Ende.

Foto 4: Für ein tolles Rahmenprogramm sorgten die Cheerleader des Herner TC, die BTC Claws Cheerleader aus Herne.

09.04.2017|