Nachwuchs und Jugend Basketball Bundesliga

Metropol: Katerstimmung nach der zweiten Niederlage

Die zweite Niederlage im fünften Spiel sorgt zum Abschluss der Hinrunde in der Nordwest-Gruppe der Jugend Basketball Bundesliga (JBBL) für Katerstimmung bei den Metropol Baskets Ruhr. Das Kooperationsteam von ETB SW Essen und Citybasket Recklinghausen verlor in einem gleichsam hochklassigen wie hochdramatischen Match beim Giants Düsseldorf Junior Team mit 81:83 (41:47). Damit rutschen die Metropol Baskets Ruhr hinter die Düsseldorfer und die Phoenix Hagen Youngsters (beide 4-1 Siege) zurück, sind nun punktgleich mit den finke baskets Paderborn (3-2). Und es wird für die Metropol Baskets Ruhr nicht leichter: Schon am kommenden Sonntag (12 Uhr, Sporthalle Altenhagen) steht zum Auftakt der Rückrunde das schwere Auswärtsspiel in Hagen an. Wie am Sonntag in Düsseldorf hatten die Metropol Baskets auch das Spiel gegen Hagen mit 2 Punkten Differenz verloren.

Die Gründe für die bittere Niederlage am Sonntag in Oberkassel zu suchen, fällt nicht schwer. Ganz sicher lag es aber nicht an Till Hornscheidt, der zwei Sekunden vor Ende den offenen Drei-Punkte-Wurf hätte nehmen und bei erfolgreichem Abschluss den 84:83-Sieg hätte erzielen können. Denn Hornscheidt war es überhaupt erst zu verdanken, dass die Metropol Baskets in Düsseldorf doch noch eine Siegchance erhielten. Der 14-jährige Aufspieler machte eine überragende Partie und hatte 10 Sekunden vor Ende mit seinem insgesamt fünften Drei-Punkte-Treffer das 81:81 erzielt. Doch der gleichaltrige Manuel Bojang konterte, versenkte im direkten Gegenzug mit einem Korbleger zum 83:81. Und letztlich war der Giants-Sieg verdient, hatten die Düsseldorfer doch 32 Minuten lang in Führung gelegen, während die Gäste aus dem Ruhrgebiet mit kurzen Ausnahmen fast ständig einem Rückstand hinterhergelaufen waren.

Denn der Auftakt ins Spiel ging aus Metropol-Sicht gründlich daneben. Schnell führten die Gastgeber mit 10 Punkten (15:5), verteidigten diesen Vorsprung bis zur ersten Viertelpause (24:12). Die Schützlinge von Razvan Munteanu und Pit Lüschper fanden offensiv gar nicht in die Partie und ließen in der Verteidigung die angekündigte Aggressivität total vermissen. Immer wieder kamen die Gastgeber zu einfachen Korblegern oder zweiten Wurfchancen. Das änderte sich erst Mitte des zweiten Viertels. Michael Akporukevwe, Finn Fleute, Moritz Plescher per Dreier, Luca Gerke,  und der bärenstarke Till Hornscheidt mit einem Dreier glichen zum 31:31 aus. Der zweite Hornscheidt-Dreier brachte sogar die 37:34-Führung für die Metropols. Doch beim 41:47 zur Halbzeit war alles wieder verspielt.

In der Pause fand Munteanu dann das richtige Rezept und die richtige Aufstellung. Hochmotiviert kamen die Gäste zurück, pressten in der Verteidigung und kauften den jungen Düsseldorfern den Schneid ab. Ein 13:0-Run mit Punkten von Finn Fleute, Till Hornscheidt und Jason Fabek sorgte für eine 54:47-Führung. Munteanu griff zu einem taktischen Mittel, das den Druck auf die Giants hoch halten sollte: Er brachte gleich fünf frische Spieler. Doch die Maßnahme floppte. Die neue Formation produzierte keine Punkte, sondern nur Ballverluste. Vier Minuten lang blieben die Gäste ohne Feldkorb, während bei Düsseldorf Distanzschütze Julius Wesemann heiß lief: 12 seiner am Ende 17 Punkte erzielte Wesemann im dritten Viertel, stellte per Dreier dann auch die 67:60-Viertelführung der Gastgeber her.

Es folgte ein hochdramatisches Schlussviertel. Metropol-Kapitän Moritz Plescher, der den erkrankten etatmäßigen Teamkapitän und Topscorer Philipp von Quenaudon vertrat, verkürzte auf 66:70. Düsseldorf erhöhte auf 75:66 (35.), aber Metropol kam mit Fabek und Malte Thimm auf 70:75 zurück. Doch in den folgenden drei Spielminuten ließen die Ruhrgebietler zu viele Punkte im Angriff liegen, verpassten die große Chance, frühzeitig aufzuholen. Bis zum 72:79 verschossen die Metropol Baskets 6 von 8 Freiwürfen, im gesamten letzten Viertel 10 von 20. Das waren die Punkte, die ganz am Ende fehlten. Und in den letzten 82 Sekunden – Metropol lag 72:80 hinten – musste das Trainer-Duo Munteanu/Lüschper dann auch noch auf seinen besten Center verzichten: Finn Fleute, bis dahin mit 13 Rebounds und 13 Punkten stark, verletzte sich bei einer Defensivaktion.

Dennoch verkürzt Metropol Punkt für Punkt. Jason Fabek geht für Fleute an die Freiwurflinie – 73:80, Till Hornscheidt trifft danach beide Freiwürfe zum 75:80. 67 Sekunden stehen da noch auf der Uhr. 34 Sekunden vor Ende trifft Jason Fabek dann wieder einen Freiwurf, verkürzt auf 76:80. Einen weiteren Ballgewinn später behält Michael Akporukevwe die Nerven und versenkt zwei Freiwürfe zum 78:80. 26 Sekunden noch zu spielen. Auf der anderen Seite hat Manuel Bojang zwei Freiwürfe, trifft aber nur den ersten zum 81:78. Das bestraft Hornscheidt mit seinem Dreier zum 81:81 zehn Sekunden vor Ende. Aber Manuel Bojang, wie Hornscheidt Jahrgang 2001, macht drei Sekunden vor Ende das 83:81.

Das Verletzungs- und Krankheitspech der vergangenen Wochen wollte bei den Metropol Baskets Ruhr niemand als Ursache für die Niederlage anführen, auch wenn mit Kapitän Philipp von Quenaudon (krank), Felipe Galvez Braatz und Alexander Winck (beide verletzt) drei Spieler der starting five fehlten. Auch Düsseldorf hatte den Ausfall seines Topscorers Lennard Schild zu verkraften. So kommt es in der am kommenden Sonntag beginnenden Rückrunde der JBBL-Nordwest-Gruppe zu einem Vierkampf zwischen Düsseldorf, Hagen, Paderborn und Metropol um drei Plätze in der im Februar beginnenden Hauptrunde, in die die Ergebnisse der Vorrunde mitgenommen werden.

Metropol: Valentin Bredeck, Lakki Sinnathamby, Moritz Plescher (9/1, 6 Assists), Michael Akporukevwe (6), Luca Gerke (4), Till Hornscheidt (22/5), Niclas Hürland (3), Malte Thimm (6), Finn Fleute (13, 13 Rebounds), Jason Fabek (14, 9 Rebounds), Erik Neusel (4), Max Bömelburg.

Giants: Maximilian Neises (1), Talha Baltaci (11/2), Julius Wesemann (17/3), Menelik Gbenyo, Manuel Bojang (16, 12 Rebounds), Daniel Rothammel (6), Lars Thiemann (16, 10 Rebounds), Ege Ildan (10), Petros Apostolou (6), Perjan Radu.

 

PM: Metropol Baskets Ruhr

29.11.2015|