Nachwuchs und Jugend Basketball Bundesliga

Metropol: Big Point gegen Paderborn

Als sie da sein mussten, waren sie da: Die Metropol Baskets Ruhr haben es nach einem 67:47 (26:28)-Heimsieg über die finke baskets Paderborn wieder in eigener Hand, die Hauptrunde der Jugend Basketball Bundesliga (JBBL) zu erreichen. Dazu muss das Kooperationsteam von ETB SW Essen und Citybasket Recklinghausen im Januar allerding seine drei ausstehenden Vorrundenspiele in Quakenbrück, in Münster und gegen Düsseldorf gewinnen. Saisonziel der Ruhrgebietler bleibt das Erreichen der Playoffs in der U16-Bundesliga.

Dass die Metropol Baskets Ruhr überhaupt in dieser Situation sind, ihre sportliche Zukunft noch in eigener Hand zu haben, ist begründet in einem bärenstarken Schlussviertel am Sonntag gegen Paderborn. Denn 30 Minuten lang taten sich die Gastgeber in der Vestischen Arena mit den unangenehmen Paderbornern schwerer als erhofft. Immer wieder scheiterten die Metropol Baskets an ihren eigenen Nerven und an der Kampfkraft des Gegners. Die 10:6-Führung nach dem zerfahrenen ersten Viertel und der 22:13-Vorsprung nach einem Dreier von Topscorer Felipe Galvez Braatz (15.) hatten keinen Bestand. Paderborn nutzte die Schwächen der Metropols dann sogar zur 28:26-Pausenführung. Spätestens da lagen die Nerven der Gastgeber, die das Hinspiel in Paderborn sicher gewonnen hatten, im Anbetracht von zuletzt zwei knappen Niederlagen blank. Metropol musste das Spiel gewinnen, um im Geschäft um die drei Hauptrunden-Plätze zu bleiben.

Die 22 Gegenpunkte im zweiten Viertel waren nicht das, was sich die Trainer Razvan Munteanu und Pit Lüschper defensiv vorgenommen hatten. Die Verteidigung wurde nach dem Seitenwechsel besser, in den gesamten zweiten 20 Minuten hielt Metropol die Paderborner bei 19 Zählern. Doch offensiv war noch Sand im Getriebe. Das 36:30 (27.) drehte Paderborns Christopher Kleinkes im Alleingang zum 36:37 (29.). Doch dann war es Center Semih Sehovic, der den Metropol Baskets wieder Leben einhauchte. Sehovics Kämpferherz riss sein Team förmlich mit, der Duisburger markierte viertelübergreifend sechs Punkte in Folge. Als es Anfang des letzten Viertels durch die Sehovic-Punkte 42:37 hieß, war endlich der Knoten geplatzt. Mit ihrer Pressdeckung zogen die Gastgeber den müder werdenden Ostwestfalen endgültig den Zahn. Die Mannschaft von Niko Milosevic, die vor einer Woche noch Tabellenführer Düsseldorf gestürzt hatte, hatte zu diesem Zeitpunkt neben dem Fehlen von Tom Luka Gewecke auch noch den verletzungsbedingten Ausfall von Kapitän Hassan Demirbas zu verkraften. Und das nutzten die Metropol Baskets eiskalt aus. Jetzt waren die Leistungsträger zur Stelle: Im Wechsel erhöhten Jason Fabek und Felipe Galvez Braatz auf 57:43. Die Messe war gelesen, der Metropol-Sieg unter Dach und Fach. Moritz Plescher, Kapitän Philipp von Quenaudon und Center Finn Fleute legten nach. Till Hornscheidt an der Freiwurflinie und Erik Neusel mit einem Korbleger machten zum 67:47 dann ergebnistechnisch den Deckel drauf. 29:10 ging das letzte Viertel an den Favoriten, der sich aber 30 Minuten lang an aufopferungsvoll kämpfenden Paderbornern die Zähne ausbiss.

Am Ende zollte Trainer Munteanu seinem gesamten Team ein großes Lob, dass es die Ruhe bewahrt hatte und zum rechten Augenblick aufgewacht war. Ein Sonderlob erhielt aber Semih Sehovic. Er holte in der zweiten Halbzeit in weniger als sieben Minuten Spielzeit sieben (!) Offensivrebounds und einen defensiven Abpraller. Keinen Ball gab der 15-jährige Duisburger in seinem zweiten JBBL-Spiel verloren, war emotionaler Anführer der Metropol Baskets Ruhr. Besser als Sehovic reboundete lediglich Moritz Plescher (12 Rebounds). Ausschlaggebend war auch die Tiefe der Metropol-Bank: Bei Paderborn war die starting five für 39 der 47 Punkte verantwortlich, nur sechs Spieler scorten. Bei Metropol punkteten neun Akteure, 26 der 47 Punkte kamen von Ersatzspielern.

Mit dem Sieg kehrten die Metropol Baskets Ruhr auf den dritten Tabellenplatz zurück – eine vorweihnachtliche Bescherung. Denn Platz drei reicht für den Einzug in die Hauptrunde, die ab Februar mit den besten drei Teams des Nordens gespielt wird. Bis dahin stehen aber noch besagte drei schwere Spiele an. Für eine andere Bescherung sorgte Teamarzt Dr. Wolfgang Plescher: Jeder Metropol-Spieler erhielt ein Präsent von Nike Deutschland, das seinen Platz unter dem Christbaum finden wird.

Metropol: Felipe Galvez Braatz (15/2), Moritz Plescher (9/1, 12 Rebounds), Michael Akporukevwe (2, 3 Assists), Luca Gerke, Till Hornscheidt (5), Philipp von Quenaudon (5/1), Niclas Hürland, Malte Thimm, Finn Fleute (12, 8 Rebounds), Jason Fabek (7, 6 Rebounds), Erik Neusel (4) und Semih Sehovic (8, 10 Rebounds).
Paderborn: Tim Mertens, Alexander Engel (10), Nick Mayer (1), Hasan Demirbas (7/1), Max Osterholz, Erik Niggemeyer, Paolo Petrie, Oguzhan Darende, Kingsley Obayuwana (8), Christopher Kleinkes (9) und Melvin Jostmann (12).

 

PM: Metropol Baskets Ruhr

14.12.2015|