Die deutsche Liga stellt mit insgesamt sieben Europapokal-Teilnehmern hinter Russland (zehn), Spanien und Frankreich (je acht) das viertgrößte Kontingent in den europäischen Vereinswettbewerben der Saison 2010/2011.
Euroleague: Brose Baskets in der „spanischen Gruppe“
Der Deutsche Meister Brose Baskets trifft in der Euroleague-Gruppe B auf Olympiakos Piräus, Real Madrid, Unicaja Malaga, Virtus Rom und einen noch zu ermittelnden Gegner aus der Qualifikationsrunde. Die zehn Spiele (jeder gegen jeden mit Hin- und Rückspiel) werden vom 20. Oktober bis zum 23. Dezember im Wochenrhythmus (jeweils mittwochs oder donnerstags) ausgetragen. Die ersten vier Teams aus jeder Sechsergruppe qualifizieren sich für die TOP16. Die Bamberger müssen somit in der ersten Saisonphase mindestens zwei der fünf Gruppengegner hinter sich lassen.
Zwar sind die Bamberger der einzige Landesmeister in der Gruppe B. Gleichwohl zählen sie angesichts so hochkarätiger Gegner wie dem letztjährigen Euroleague-Finalisten Olympiakos Piräus (zugleich griechischer Vizemeister) sowie dem Dritten und Vierten der starken spanischen Liga, Real Madrid und Unicaja Malaga, zu den Außenseitern. Die drei Favoriten aus Spanien und Griechenland gehören seit Jahren zu den Stammgästen in der Euroleague, waren dabei stets für eine Teilnahme an der TOP16, wenn nicht sogar am Final Four gut und werden für die Bamberger Fans sicher zu den Saison-Highlights in der JAKO Arena zählen.
Schon eher dem Level der Brose Baskets entspricht der vierte Gegner, Virtus Rom. Die Italiener sind zwar auch seit 2006 dem festen Inventar der Euroleague zuzurechnen und erreichten von 2007 bis 2009 dreimal in Folge die TOP16, allerdings stehen sie nach einer enttäuschenden letzten Saison (nur Siebter in Italien) vor einem Umbruch. Die Römer sowie der noch zu ermittelnde Qualifikant muss man deshalb sicher zu den Kandidaten rechnen, die der Deutsche Meister am ehesten hinter sich lassen könnte.
Euroleague-Qualifikation: ALBA Berlin zunächst gegen Chorale Roanne
ALBA Berlin trifft in der Euroleague-Qualifikation, in der die letzten beiden Euroleague-Startplätze in den Gruppen A und B ausgespielt werden, zunächst am 21. und 24. September (Rückspiel in Berlin, beide Resultate werden addiert) auf Chorale Roanne. Ein Sieg über den Dritten der französischen Liga und den diesjährigen EuroChallenge-Final-Four-Teilnehmer – Roanne unterlag dort im Halbfinale der BG Göttingen – wäre aber nur ein kleiner erster Schritt in Richtung Euroleague. Denn in der zweiten und dritten Qualifikations-Runde warten noch deutlich stärker Gegner auf die Berliner.
In der zweiten Qualifikations-Runde (28. September und 1. Oktober) würde es ALBA Berlin mit dem Sieger der Paarung zwischen dem serbischen Vizemeister Hemofarm Vrsac und dem israelischen Überraschungsmeister Galil Gilboa zu tun bekommen. Bleibt das Team von Trainer Luka Pavicevic auch hier erfolgreich, würden die „Albatrosse“ in der dritten und letzten Runde (5. und 8. Oktober) gegen Unics Kazan (Dritter Russland), CZE Nymburk (Meister Tschechien), Spirou Charleroi (Meister Belgien) oder GasTerra Flames Groningen (Meister Niederlande) um den Aufstieg in die „Königsklasse“ kämpfen. Für die 14 in der Euroleague-Qualifikation scheiternden Teams sind feste Startplätze im Eurocup reserviert.
Eurocup: EWE Baskets Oldenburg und BG Göttingen noch ohne Gegner
Im Eurocup wird die Auslosung der acht Vierergruppen erst dann vorgenommen, wenn das Teilnehmerfeld komplett ist (14 Klubs stoßen noch aus der Euroleague-Qualifikation, acht aus der Eurocup-Qualifikation hinzu). Die EWE Baskets Oldenburg und BG Göttingen, die beide zu den zehn gesetzten Teams im Eurocup zählen, müssen somit noch bis zum 11. Oktober warten, bis sie die jeweils drei Gegner kennenlernen, die ihnen vom 16. November bis zum 21. Dezember gegenüberstehen werden.
Eurocup-Qualifikation: DEUTSCHE BANK SKYLINERS gegen Besiktas Istanbul
Für die DEUTSCHE BANK SKYLINERS entscheidet sich in zwei Spielen gegen Besiktas Istanbul, ob auch der Deutsche Vizemeister im Eurocup antritt. Der Istanbuler Traditions-Klub beendete die letzte Saison als Vierter der türkischen Liga; im Eurocup verpassten die Türken in derselben Gruppe wie die Telekom Baskets Bonn den Einzug in die Last16. Das Hinspiel bestreiten die Frankfurter am 29. September in eigener Halle, das Rückspiel ist für den 6. Oktober in Istanbul terminiert. Der Sieger dieser beiden Spiele (Resultate werden addiert und als eine Einheit gewertet) rückt in den Eurocup auf, der Verlierer erhält einen Startplatz in der EuroChallenge. Dort kämen die Gegner in der Gruppe B aus Lettland (BK Ventspils), aus der Ukraine oder Rumänien (Sieger BC Khimik gegen CSU Ploiesti) und aus Frankreich (Paris Levallois) oder Israel (Maccabi Haifa).
EuroChallenge: Telekom Baskets Bonn gegen den slowenischen Meister
Im dritten europäischen Wettbewerb, der EuroChallenge, stehen ebenfalls erst zehn der insgesamt 32 Teilnehmer definitiv fest (es stoßen noch die acht Verlierer der Eurocup-Qualifikation und die 14 Gewinner der EuroChallenge-Qualifikation hinzu). Gleichwohl wurden hier bereits die möglichen Teilnehmer den acht Vierergruppen zugeteilt. Die Telekom Baskets Bonn treffen vom 16. November bis zum 21. Dezember in der Gruppe E auf den slowenischen Meister Krka Novo Mesto, einen Verlierer aus der Eurocup-Qualifikation (den Vierten der kroatischen Liga, KK Zagreb, oder den Achten der spanischen Liga, Gran Canaria) sowie auf einen Gewinner der EuroChallenge-Qualifikation (den Dritten der slowenischen Liga, Helios Domzale, oder den tschechischen Vizemeister BC Prostejov).
EuroChallenge-Qualifikation: Artland Dragons gegen ETHA Nikosia
Die Artland Dragons kämpfen in zwei Qualifikationsspielen (am 29. September in Nikosia und am 6. Oktober in Quakenbrück) gegen den Dritten der zypriotischen Liga, ETHA Nikosia, um einen Startplatz in der EuroChallenge-Gruppe G, wo sie dann auf den Verlierer der Eurocup-Qualifikation zwischen Apoel Nikosia und Benetton Treviso, den kroatischen Vizemeister KK Zadar sowie auf den Gewinner der EuroChallenge-Qualifikation zwischen Pinar Karsiyaka Izmir (Türkei) und dem niederländischen Klub Leiden Basketball treffen würden.
Abschlusstabelle ersetzt nationales Europa-Ranking
ULEB-Sitzung in Barcelona: Jan Pommer steht Arbeitskreis „Lizenzierung“ vor –
Tröstende Worte vom CEO der Euroleague, Jordi Bertomeu, nach verpasstem Finaleinzug
Künftig werden die deutschen Teilnehmer an den internationalen Wettbewerben nicht mehr nach dem nationalen Europa-Ranking, sondern nach der offiziellen Abschlusstabelle der Beko BBL ermittelt. Auf diese Vorgehensweise einigten sich die Vereinsvertreter am vergangenen Dienstag im Rahmen ihrer turnusmäßigen AG-Sitzung. Damit entspricht diese Vorgehensweise den europaweit gültigen Vorgaben der Euroleague für ihre Wettbewerbe. Die Vergabe der Wildcards bleibt indes weiterhin Gegenstand der Absprache zwischen Euroleague und FIBA Europa einerseits sowie der Beko BBL andererseits. Am Ende der Saison 2010/2011 meldet die Liga ihre Teams erstmals gemäß der Abschlussplatzierung; die in der Saison 2009/2010 erworbenen Punkte werden getilgt.
Im Rahmen der Generalversammlung der ULEB (Union of the European Leagues of Basketball) wurde Jan Pommer am vergangenen Mittwoch in Barcelona zum Vorsitzenden des Arbeitskreises „Lizenzierung“ gewählt. Zusammen mit dem Präsidenten der niederländischen Liga, Henk Reekers, und dem Präsidenten der polnischen Liga, Jacek Jakubowski, soll der Beko BBL-Geschäftsführer Leitlinien für ein einheitliches Lizenzierungsverfahren entwickeln. Nach der Sitzung schauten sich die Mitglieder um den CEO der Euroleague, Jordi Bertomeu, das WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Spanien an. Während die spanischen Emissäre ob des 1:0-Erfolgs der Iberer den Finaleinzug feierten, fand Bertomeu, ein Katalane, tröstende Worte für Jan Pommer.
Pressemitteilung: Beko BBL (Dirk Kaiser)