Von Beginn an entwickelte sich ein umkämpftes, bisweilen zerfahrenes Spiel zwischen Gastgeber Güßbach und ALBA Berlin. Vor allem die Franken taten sich vor der tollen Kulisse von 950 Zuschauern zunächst schwer, Struktur in ihr Angriffsspiel zu bekommen. Auf der anderen Seite war es Berlins Marley Jean-Louis, der mit zwei Dreiern im ersten Viertel früh seinen Rhythmus fand. Mit 18:11 entschied ALBA das erste Viertel deutlich für sich.
Ein kurzer Zwischenspurt der Hausherren (17:18, 13. Minute) sollte zunächst nur ein Strohfeuer bleiben. Ein offener Dreier von ALBA-Guard Slobodan Bukrsliev veranlasste TSV-Coach Mirko Petrick erstmals, seinen Frust an der Auswechselbank auszulassen. Doch seine Jungs kämpften verbissen und ließen ALBA nicht davonziehen (26:30, 18.). Lohn der Mühe: Die erste Führung (32:30, 20.) durch Christopher Wolf und – nach einem 10:0-Run - die anschließende 36:30-Halbzeitführung. Berlin traf in den ersten 20 Minuten 50 Prozent seiner Dreier (4/8), leistete sich aber auch 15 Ballverluste.
Auch nach dem Seitenwechsel hielten die Güßbacher den Druck in der Verteidigung konstant hoch. Dem musste unter anderem Berlins Go-to-Guy Andrej Pavicevic Tribut zollen: Sein Ballverlust bedeutete die 41:34-Führunng für Güßbach (25.). Zudem musste ALBA-Coach Alan Ibrahimagic seinen Center Niklas Ney, bis dato mit 13 Punkten bester Scorer der Partie, nach dessen vierten Foul (23.) auf die Bank beordern. Die Hausherren verpasste es allerdings, daraus Kapital zu schlagen und führte vor dem Schlussviertel „nur“ mit 49:46.
Und es blieb spannend: Paviceciv verkürzte für ALBA auf 48:49, sein anschließender Assist auf Ajdin Bajric bedeutete die erste ALBA-Führung (50:49) seit der 18. Minute. Und es sollte noch schlimmer kommen für die Hausherren: Erst ein Dreier des nach starkem Beginn abgetauchten Jean-Louis zum 58:53, dann ein „normales“ und ein Technisches Foul gegen TSV-Center Hendrik Land. Die fälligen vier Freiwürfe verwandelte Pavicevic eiskalt zum 62:53 für ALBA (37.).
In der hektischen Schlussphase überschlugen sich dann die Ereignisse: Ein „T“ gegen Ney bescherte auch Breitengüßbach vier Freiwürfe, von denen es nur zwei nutzte (62:66, 39.). Einen Dreier von Slobodan Bukrshliev zum 71:64 konterte TSV-Kapitän Mark Völkl nur Sekunden später ebenfalls von „Downtown“ (67:71). 13 Sekunden waren nur noch zu spielen, als ALBAs Richard Elsner zwei Freiwürfe vergab, doch auf der Gegenseite scheiterte auch Christoph Dippold mit seinem Dreier-Versuch. Schließlich war es Marley Jean-Louis, der mit seinen zwei Freiwürfen zum 73:67-Endstand alles klar machte. Bester Akteur bei ALBA war Andrey Pavicevic mit 17 Punkten und acht Assists, für Güßbach markierte Philipp Winter 20 Zähler und neun Rebounds.
TSV Tröster Breitengüßbach:
Völkl (10/2), Schmitt (9), Dippold (4), Popp (0), Kohn (2), Bornschlegel (2), Roch (0), Thomas (0), Wolf (3), Wagner (11), Winter (20/1), Land (6)
ALBA Berlin:
Krüger (0), Bukrshliev (10/2), Jean-Louis (16/3), Thomas (dnp), Subasigüller (4/1), Basar (dnp), Fischer (0), Wilke (0), Elsner (2), Bajric (9), Pavicevic (17/1), Ney (15)
(JBBL / JF / JB)