NBBL Finale 2013

Sieben TOP4-Teilnahmen, fünf Meisterschaftsspiele, fünf Titel! Das Team von CYBEX Urspring hat den amtierenden Champ Tröster CYBEX Breitengüßbach vor eigenem Publikum abgelöst. Das Team von Trainer Michael Spöcker setzte sich vor 3.510 Zuschauern in der Bamberger Stechert Arena mit 83:71 (20:22, 23:14, 23:14, 17:21) durch, zum besten Punktesammler auf Seiten der Klosterschüler avancierte Kevin Bryant mit 19 Zählern.

Schon in der regulären Saison hatten es die beiden NBBL-Schwergewichte zweimal miteinander zu tun, jede Seite konnte sich dabei auf eigenem Terrain durchsetzen. Nicht nur deshalb, sondern vor allem, da sich Urspring und Breitengüßbach vergangenes Jahr im TOP4-Halbfinale gegenüber standen. Seinerzeit behielten die Franken auf dem Weg zum Titel mit 68:64 die Oberhand, entsprechend motiviert traten die damals unterlegenen Klosterschüler in der Bamberger Stechert Arena auf. Der im Halbfinale bereits „heiße“ Malik Müller sorgte mit zwei Dreiern hintereinander dafür, dass seine Farben einen guten Start erwischten (8:7, 4. Minute). Auf der Gegenseite nutzte Christopher Wolf die sich ihm bietenden Freiräume und netzte für Breitengüßbach ebenfalls im Doppelpack von „Downtown“ ein (8:12, 5. Minute). Die Hausherren konnten das Momentum jedoch nicht nutzen, um sich weiter abzusetzen, stattdessen schlossen die Schelklinger Youngster die Lücke und waren nach einem Putback-Dunk von Kevin Bryant auf Minimal-Distanz heran (18:19, 20. Minute). Das Momentum aber brachte der Tröster-Trupp durch einen Dreier von Andreas Obst – der im Halbfinale sechs von sechs Distanzwürfen eingenetzt hatte – pünktlich zur Viertelpause zurück auf seine Seite (20:22, 10. Minute).

Der zweite Abschnitt gehörte dann aber komplett CYBEX Urspring, dass mit einem 10:1-Lauf das Geschehen an sich riss (30:23, 15. Minute). Gerade als Breitengüßbach die Lücke schließen wollte, legte der siebenfache TOP4-Teilnehmer einen 8:0-Run nach, der zur ersten zweistelligen Führung zu Gunsten Ursprings (40:28, 18. Minute).
Der Vorsprung schmolz vor dem Gang in die Kabine zwar in den einstelligen Bereich, doch gefühlt hatten die Schützlinge von Ulf Schabacker die Kontrolle abgegeben (43:36, 20. Minute).

Nach dem Seitenwechsel verschwendeten Müller und Co. keine Zeit, sich weiter abzusetzen. Eine regelrechte Serie an Dreiern stellte das alte Kräfteverhältnis wieder her, Coach Schabacker sah sich zu einer Auszeit gezwungen (56:44, 25. Minute). Die Franken waren zu selten in der Lage, gegen die erdrückende Urspring-Defense zwingende Akzente zu setzen. Stattdessen schalteten die Schelklinger Gäste nochmals einen Gang höher – wie schon im Halbfinale des Vorjahres (66:50, 30. Minute).

Vor zwölf Monaten konnte sich Breitengüßbach aus einem solch tiefen Loch noch befreien und eine fulminante Wende einleiten. Nicht so 2013, dafür sorgten auf Urspringer Seite Malik Müller und Allstar-MVP Kenneth Ogbe von jenseits der 6,75 Meter-Linie (74:53, 34. Minute). Zum X-Faktor aber mutierte Kevin Bryant, der bei vielen vom Ring abprallenden Bällen die Finger hatte und mit 19 Zählern bester Punktesammler seines Team werden sollte. Die Franken versuchten bis eine Minute vor Schluss mit allen Mitteln ein Comeback zu lancieren, konnten am Ende jedoch nur noch Ergebniskosmetik betreiben. Die finalen Sekunden gingen im beginnenden Jubel der Urspringschüler unter – zum fünften Mal in sieben Jahren.

CYBEX Urspring

Staiger (0), Eisele (0), Grün (4/1 Dreier), Hübner (3/1), Müller (18/4), Czislinsky (0), Munz (dnp), Ogbe (16/4), Thompson (15/3), Bryant (19/1, 11 Rebounds), Diouf (8), Eberhardt (0)

Tröster CYBEX Breitengüßbach

Völkl (3/1), Taylor (8/1), Dippold (3/1), Jefferson (2), Kohn (0), Dizdarevic (6/1) Daubner (6/1), Wolf (10/2), Wagner (2), Thiemann (19, 11 Rebounds), Roch (0), Obst (12/2)

JBBL Finale 2013

Der TSV Bayer Leverkusen ist neuer Deutscher JBBL-Meister! In einem spannenden Match setzten sich die Leverkusener gegen den Gastgeber TSV Tröster Breitengüßbach mit 64:54 (7:10, 21:8, 16:26, 20:20) durch. Eine bittere Pille für die Franken, die bereits vor drei Jahren an gleicher Stätte nicht den Titel gewinnen konnten, seinerzeit aber schon im Halbfinale scheiterten. Für Leverkusen war es nach 2011 die zweite TOP4-Teilnahme.

War es die beeindruckende Kulisse von über 2.400 Zuschauern in der Bamberger Stechert Arena, die die Protagonisten auf dem Feld lähmte? Jedenfalls entwickelte sich zwischen dem TSV Bayer Leverkusen und „Hausherr“ TSV Tröster Breitengüßbach im ersten Viertel nur ein äußerst zäher Schlagabtausch; der 8:2-Zwischenstand für die Franken nach sieben Minuten spricht eine beredte Sprache. Mit dem Zwischenstand von 10:7 ging es in die erste Viertelpause, und danach schien auch der Außenseiter – als solcher wurde Leverkusen vor dem Finale gesehen – im Finalspiel angekommen zu sein. Und wie: Die Truppe von Headcoach Andreas Aust, der vor der Partie als „Trainer des Jahres“ ausgezeichnet wurde, legte jegliche Anfangsnervosität ab, überahm nicht nur die Führung, sondern baute diese auch kontinuierlich aus. Und mit jedem Korb der Bayer-Jungs schien das „Flattern“ bei den Güßbachern größer zu werden, denn selbst 1:0-Korbleger vergaben die Schützlinge von Trainer Mirko Petrick nun. Erschwerend hinzu kam für Güßbach die Tatsache, dass Centerhüne Leon Kratzer frühzeitig mit drei Fouls belastet war und entsprechend vorsichtiger zu Werke gehen musste. Anton Zraychenko, der im Halbfinale gegen Hamburg eine tolle Vorstellung geboten hatte, schraubte den zwischenzeitlichen Vorsprung von Bayer auf 26:14 (16.) Bis zur Halbzeit konnten die Gastgeber den Rückstand etwas verkürzen, dennoch ging die Aust-Truppe mit einem beruhigenden 28:18 in die Kabine.

Und diese dachte zu Beginn der zweiten Halbzeit gar nicht daran, nur einen Zentimeter zurück zu weichen. Justin Gnad, Sohn des ebenfalls in der Halle anwesenden Nationalspielers Hansi Gnad, baute den Vorsprung mit vier Punkten in Serie auf 39:24 (26. Minute) aus. Gegen Ende des dritten Viertels nahm dann noch einmal die Intensität und damit auch die Foulbelastung zu: Gnad kassierte sein drittes, Leverkusens Marko Braun und Güßbachs Leon Kratzer gar ihr viertes Foul. Mit einer 44:34-Führung für die Bayer-Boys ging es ins letzte Viertel.

Und auch hier deutete zunächst nichts auf ein Comeback der Franken hin. Mit seinen ersten Punkten der Partie, einem Dreier, erhöhte Jochen Durdel nach 32 Minuten auf 49:34 für Leverkusen. Danach arbeiteten sich die Güßbacher in Person von Leon Kratzer (Foto), dem 2,05-Meter-Center der Gastgeber, langsam heran. Vorne nutzte Kratzer seine körperliche Überlegenheit aus und tankte sich immer wieder erfolgreich zum Korb durch, hatte in der Defensive aber mehrfach das Glück, dass er nicht sein fünftes Foul kassierte. Ein Dreier von Jonas Bretag zum 43:49 (35.) ließ die große Fangemeinde der Güßbacher wieder lauter jubeln, doch Zraychenko antwortete postwendend ebenfalls von „Downtown“ (44:52, 36.). Es war die entscheidende Phase, denn danach legten Tarik Krvavac und erneut Zraychenko schnelle vier Punkte nach, so dass beim 44:56 drei Minuten vor Schluss der Widerstand der Tröster-Mannschaft langsam erlahmte. Kratzer verkürzte zwar noch einmal auf 52:57 (19.), doch Krvavac und Joel Aminu besiegelten den 64:54-Sieg in der Schlussminute an der Freiwurflinie. Während Breitengüßbach in erster Linie von Leon Kratzer (25 Punkte und 18 Rebounds) lebte, entpuppte sich Leverkusen einmal mehr als gut geöltes Kollektiv, in dem gleich vier Akteure zweistellig punkteten.

Nach der Partie konnte es Meistertrainer Andreas Aust noch nicht wirklich fassen: „Es ist schwierig zu erklären, aber ich hatte gestern nach dem gewonnenen Halbfinale irgendwie das Gefühl: Wir sind hier noch nicht fertig. Dass wir heute hier im Finale das mit dem Titel beenden konnten, was wir vor zwei Jahren, als wir diese Mannschaft zusammengestellt haben, begonnen haben, ist unglaublich. Wir haben heute gegen Breitengüßbach von unserer Erfahrung profitiert, die wir in so vielen knappen Spielen in dieser Saison gewonnen haben und sind nicht nervös geworden, als Güßbach verkürzen konnte. Wir sind ruhig geblieben und haben die richtigen Antworten gefunden. Deswegen denke ich, sind wir auch verdient Deutscher Meister geworden.“

TSV Bayer 04 Leverkusen

Krvavac, M. (0), Heckel (10), Braun (4), Durdel (3/1), Krvavac, T. (10/1), Aminu (11/1, fünf Assists), Pook (dnp), Zraychenko (11/2, acht rebounds), Gnad (6), Götzmann (0), Nick (7, zehn Rebounds), Hoffmann (2)

Tröster CYBEX Breitengüßbach

Hofmann (0), Büttner (2), Keppeler (10), Wudi (0), Lorber (6), Kunz (4), Ueberall (0), Ströhlein (2), Kratzer (25, 18 Rebounds, vier Blocks), Dippold (0), Kamdem (2), Bretag (3/1)