NBBL TOP4 2007 – Veranstalter zieht positives Fazit

Die Paderborn Baskets ziehen ein äußerst zufriedenes Fazit vom 1. NBBL-TOP4 im Sportzentrum Maspernplatz am vergangenen Wochenende. Über 2.000 Zuschauer an beiden Turniertagen setzten dabei ein äußerst positives Zeichen bei der Premierenveranstaltung der neuen Nachwuchs Basketball-Bundesliga. Darunter auch zahlreiche mitgereiste Fans der teilnehmenden Teams aus Bonn/Rhöndorf, Hagen, Breitengüßbach und Urspring. Sie sorgtem mit lautstarker Unterstützung für eine ganz besondere Stimmung im mit vollen Rängen besetzten Sportzentrum. Diese positive Resonanz des Publikum überraschte nicht nur die Paderborn Baskets, sondern auch die Verantwortlichen der NBBL – zeigt aber auch, welch zukunftsträchtiges Projekt vor etwas über einem Jahr angestoßen wurde.

Zwei Tage stand die Sportstadt Paderborn ganz im Zeichen des Basketballs. Neben den Spielen im Sportzentrum Maspernplatz strömten die Basketball-Interessierten auch in die Fürstenberghalle zur Coach Clinic, die knapp 80 Teilnehmer hatte. Zudem stand im Berufskolleg Schloss-Neuhaus der WBV-Jugend- und Verbandstag auf dem Programm. Noch nie hatte Paderborn so viele Events gleichzeitig zu bewältigen.

Dies war aber nur möglich, mit der tatkräftigen Unterstützung der zahlreichen Helfer. So sorgte die Basketballabteilung des SC Grün-Weiß Paderborn mit für den reibungslosen Ablauf der WBV-Veranstaltung und die Teams der U16 I und I für die Demo-Teams bei der Coach Clinic. Dazu kamen die vielen eifrigen Hände der U18 und U19 im Sportzentrum. Fast 40 Helfer waren da im Einsatz und waren für ein gelungenes NBBL-TOP4 mitverantwortlich. Vom tatkräftigen Aufbauteam über die wie immer zuverlässige Crew am Kampfgericht oder die engagierten Mädchen der U16w an der Kasse: Sie alle setzten Maßstäbe für kommende Endrunden dieser Liga.

Das nahm auch die Prominenz zur Kenntnis. So waren die Bundestrainer Dirk Bauermann (A-Nationalmannschaft), Frank Menz (A2) und Kay Blümel (U18) anwesend und nahmen den deutschen Nachwuchs in Paderborn unter die Lupe. Dazu kamen zahlreiche weitere hochrangige Mitglieder des DBB-Vorstands und der AG 2. Liga. Auch FIBA-Sportdirektor Kosta Iliev war Gast im Sportzentrum.

Einen entscheidenden Teil an der gelungen Endrunde trugen auch die zahlreichen Sponsoren bei. Noch nie unterstützten soviele Unternehmen den Jugendbasketball in Paderborn gleichzeitig und sorgten für den finanziellen Rückhalt. Gerade bei diesen Firmen sagen die Paderborn Baskets danke!

Für die Paderborn Baskets bleibt ob der Finalteilnahme der Phoenix Hagen Juniors die Feststellung, gar nicht weit entfernt von der nationalen Spitze zu sein. Immerhin gelang in heimischer Halle gleich zweimal ein Sieg gegen den Rivalen aus Westfalen und letztlich war es nur ein schwaches Viertel in der Ischelandhalle, das den Einzug in die nächste Runde kostete. Jetzt wollen die Baskets im Mai 2008 im TOP4 selbst dabei sein.

Quelle: Paderborn Baskets – Sven Schaffer

NBBL-TOP4 – Die Finalisten: TSV Tröster Breitengüßbach

„Wir haben die Chance, das Ding zu gewinnen!“ Wir, das ist der TSV Tröster Breitengüßbach; das Ding, das ist natürlich die NBBL-Meisterschaft. Und derjenige, der so optimistisch in das TOP4 geht, ist Christian Bischoff, Trainer der Güßbacher. Und seine Zuversicht ist durchaus berechtigt, denn sein Team hat sich im Verlauf von Hauptrunde und Playoffs kontinuierlich gesteigert. Aus dem Güßbacher Kollektiv ragen naturgemäß zwei Akteure heraus: Playmaker Sajmen Hauer, der zum festen Kader von Kooperationspartner Brose Baskets gehört, und Tim Ohlbrecht. Das größte deutsche Center-Talent war über ein halbes Jahr lang verletzt und hat erst zwei Playoff-Partien für das NBBL-Team bestritten. In denen hat er aber bereits angedeutet, dass er zum X-Faktor auf dem Weg zur NBBL-Krone werden kann.

„Wir erwarten keine Wunderdinge von Tim“, nimmt Bischoff den Druck von seinem Jungstar. Aber Stabilität in der Defensive und eine Option mehr in der Offensive, die vielleicht die ausgeglichenste aller TOP4-Teilnehmer ist. In der Hauptrunde scorten gleich sechs Akteure im Schnitt zweistellig, mit Hauer und Ohlbrecht haben die Franken nun noch zwei weitere gefährliche Waffen hinzu bekommen.

Eine Riesen-Entwicklung hat Center Erik Land hinter sich, der in den sechs Play-off-Spielen 15,2 Punkte und 6,5 Rebounds sammelte. Wertvoller Backup für Hauer ist Fabian Brütting, in der Hauptrunde mit 13,0 Punkten Topscorer der Franken. Als wichtiger Faktor in den Play-offs hat sich Power Forward Dimitry McDuffie entpuppt. „Wir sind nicht nur Hauer & Ohlbrecht“, unterstreicht deshalb Coach Bischoff. „Klar werden diese beiden die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber das kann für uns nur von Vorteil sein.“ Dazu kommt: Breitengüßbach ist heiß! Nach drei verlorenen Endspielen (U18 und U16) in den letzten zwei Jahren lautet die Tröster-Parole: „Jetzt sind wir an der Reihe!“

NBBL-TOP4 – Die Finalisten: Team Urspring

Für die größte Überraschung in den Play-offs hatte das Team Urspring gesorgt: Die Truppe von Coach Ralph Junge warf den amtierenden U18-Champ TV Langen aus dem Rennen. Dabei war nicht die Tatsache, dass Urspring gewann, die Sensation, sondern die Art und Weise. Mit 101:64 fegten die Urspringer die „Giraffen“ im Hinspiel aus der Halle, das Rückspiel war nur noch Schaulaufen. Überragender Mann beim Kantersieg der Schelklinger war Christian Standhardinger mit 44 Punkten und zehn Rebounds. Der Power Forward ist die zentrale Figur im Team Urspring. Seine sehr guten Stats nach der Hauptrunde (23,3 Punkte, 6,1 Rebounds) konnte Standhardinger in den Play-offs noch einmal steigern (29,7/9,3). Doch ein Solist gewinnt keine Meisterschaften, und deshalb hat das Urspringer Trainer-Team ein stimmiges Orchester um den Forward gebaut.

Playmaker Frank Wiseler überzeugt nicht nur als Vorbereiter (Hauptrunde: 6,5 Assists, Play-offs: 8,7), sondern auch als Vollstrecker (12,3 Punkte/13,0). Standhardingers Pendant auf der Power Forward-Position, Eduard Foth, lieferte sowohl in der Hauptrunde (11,3 Punkte, 11,6 Rebounds) als auch in den Play-offs (13,5/10,2) jeweils ein Double-Double im Schnitt ab. Als wichtige Scoring-Option hat sich in den Playoffs zudem Christopher Niemann entpuppt. Der Center steigerte seinen Punkteschnitt von 9,5 (Hauptrunde) auf 14,8 Punkte in den Playoffs, dazu griff sich der 2,12-Meter-Athlet noch 5,0 Rebounds im Schnitt.

„Urspring ist für jeden Gegner eine harte Nuss“, prophezeite Langens Trainer Jogi Barth nach dem Ausscheiden seiner Truppe. Für seinen Kollegen Junge ist die Teilnahme am TOP4 schon ein großer Erfolg. „Als Favorit sehe ich uns bei der Endrunde überhaupt nicht“, so Junge. Das Team Urspring reist bestens präpariert nach Paderborn: Bei einem internationalen Turnier in Mailand maßen sich Junges Schützlinge vergangene Woche mit der europäischen Crème de la crème, unter anderem Real Madrid, ZSKA Moskau, Benetton Treviso und Partizan Belgrad.

NBBL-TOP4 – Die Finalisten: Team Bonn/Rhöndorf

Mit einigen Vorschusslorbeeren ob der traditionell starken Jugendmannschaften der Telekom Baskets Bonn und SOBA Dragons Rhöndorf ausgestattet, ging das im vergangenen Sommer neu gegründete Team Bonn/Rhöndorf in die erste NBBL-Saison. Nach vier Niederlagen aus den ersten fünf Spielen schien im Rheinland überraschend schnell Ernüchterung eingetreten zu sein. „Wir wussten, was aus diesem Kader erwachsen kann“, wirkt Trainer Pete Miller entgegen. „Sicherlich ist unser Start nicht wie erwartet verlaufen, aber wir hatten nie Zweifel daran, dass wir dort hinkommen können, wo sich unser Leistungsvermögen jetzt befindet.“ Ob nun eine offensichtliche Cinderella-Story, oder die logische Konsequenz von harten Trainingseinheiten: Die Spielgemeinschaft deutete mit acht Siegen aus neun Partien zum Saisonende an, dass mit ihr zu rechnen ist.

„Die Qualität, die Tiefe der Mannschaft ist ungemein hoch“, hat Coach Eric Detlev erkannt. „Wir wussten, dass wir das Potenzial haben, um das TOP4 zu erreichen.“ Die Endrunde um die NBBL-Krone nicht als festgestecktes Ziel, sondern vielmehr etwas, das sich durch harte Arbeit von selbst ergeben kann. „Unseren besten Basketball“, so Miller, „haben wir noch nicht gespielt.“ Und Detlev ergänzt: „Wir sind in vielen Bereichen immer noch steigerungsfähig.“ In der Tat hatten die Leistungsträger des Teams ihre Durststrecken. Doch ist es fast erschreckend, wie souverän die Mannschaft diese Ausfälle kompensiert und somit schier unberechenbar ist. In den sechs Playoff-Spielen avancierten jeweils vier verschiedene Akteure zum Topscorer. Oder wie Kölns Headcoach Zoran Kukic nach dem Viertelfinalausscheiden zu Protokoll gab: „Das ist eine gute Mannschaft – mit Betonung auf ‚Mannschaft’ – die für viele Probleme sorgen wird.“

NBBL-TOP4 – Die Finalisten: Phoenix Hagen Juniors

Blickt man auf die Statistiken der Phoenix Hagen Juniors, so sticht ein Dreigestirn heraus: Per Günther, Ziyed Chennoufi und Dominik Spohr sind die Leistungsträger bei den Westfalen. Dreh- und Angelpunkt im Spiel von Phoenix ist Junioren-Nationalspieler Per Günther. Der Playmaker konnte seine Hauptrunden-Stats (19,5 Punkte, 2,1 Rebounds, 2,2 Assists) in den Play-offs noch einmal steigern: In den sechs Spielen legte er 21,2 Punkte, 2,8 Rebounds und 3,7 Assists auf. Unterstützt vom athletischen Chennoufi (Playoffs: 17,6 Punkte, 10,0 Rebounds) und Wingman Spohr (15,3/4,8), führte er Phoenix ins TOP4.

Hagens Coach Dietmar Günther legt jedoch Wert auf die Feststellung, dass „wir eine ausgeglichene Mannschaft haben. Das kommt in den Statistiken vielleicht nicht so `rüber, aber: wir sind besser, als es die Statistiken aussehen lassen!“ Gerade das Viertelfinale gegen den Bramfelder SV hat gezeigt, dass auch auf Hagens Bankspieler Verlass ist, zum Beispiel in der kritischen Phase im Rückspiel, als mit Chennoufi und Spohr zwei Leistungsträger foulbedingt auf der Bank saßen.

Zwischen Phoenix und dem Endspiel steht nun noch der TSV Tröster Breitengüßbach, den Günther und sein Team per Videostudium gescoutet haben. „Breitengüßbach verteidigt sehr aggressiv, daraus resultieren einige Ballgewinne und einfache Körbe“, hat Günther beobachtet. So wird sich sein Sohn auf der Aufbauposition mit Sicherheit einigem Druck ausgesetzt sehen, doch Per Günther hat nicht erst einmal bewiesen, dass er mit Druck umgehen kann. Phoenix setzt auf eine Rotation von acht oder neun Spielern, von denen Small Forward Theodoros Ioannidis (9,5 PpS) am ehesten für Entlastung des Hagener „Dreigestirns“ sorgen soll.