Nachwuchs und Jugend Basketball Bundesliga

Alexander Reil: „Wir müssen mehr Kinder und Jugendliche für den Basketball gewinnen“

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Die Nachwuchs Basketball Bundesliga feiert mit der aktuellen Saison ihr zehnjähriges Bestehen. Alexander Reil, Präsident der AG BBL e.V. und Vorsitzender der MHP RIESEN Ludwigsburg, blickt als Vertreter des NBBL/JBBL-Gesellschafters easyCredit BBL auf ein Jahrzehnt NBBL zurück und erklärt, was die nächsten Schritte sein müssen, um nachhaltige Jugendförderung in Deutschland zu betreiben.

Herr Reil, die Nachwuchs Basketball Bundesliga feiert im Dezember ihr zehnjähriges Bestehen. Wenn Sie sich an die Gründungszeit der NBBL denken: Was ist Ihnen von damals am meisten im Gedächtnis geblieben und mit welchen Erwartungen haben Sie das Projekt NBBL verknüpft?
Alexander Reil: Es war den Gründern damals wichtig, im Jugendleistungsbereich mehr Qualität und mehr Wettbewerb zu schaffen. Das sind unter anderen wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung von Bundesligaspielern.

Sind diese Erwartungen rückblickend erfüllt worden?
Teils, teils. Gewisse Aspekte wurden erfüllt. Einige Bereiche müssen jedoch weiter verbessert werden. Ein Ligaspielbetrieb ist eine Plattform, die helfen kann, Wettbewerb zu erhöhen und die Qualität zu verbessern. Aber die wichtige Ausbildung muss schon vorab begonnen werden.

Hat das gemeinsame Projekt NBBL (und später auch JBBL) dazu geführt, dass die drei Gesellschafter DBB, easyCredit BBL und 2. Basketball Bundesliga auch auf anderer Ebene intensiver zusammenarbeiten?
Solche gemeinsamen Projekte helfen immer dabei, die Zusammenarbeit zu intensivieren. Im Rahmen der wichtigen Jugendarbeit gilt es aber, noch gemeinsam viel mehr Anstrengungen zu unternehmen.

Sie sind Vorsitzender der MHP RIESEN Ludwigsburg. Ihr Klub betreibt seit Jahren eine erfolgreiche Jugendarbeit. Hätte sich diese in Ihrem Verein auch ohne NBBL und JBBL so entwickelt?
NBBL und JBBL sind hilfreich für eine positive Entwicklung. Sie sind ein Angebot für die Spieler im Sinne Ihrer Eingangsfrage. Aber es gibt viele andere Bereiche, die wichtig sind, um eine Mannschaft entsprechend qualitativ hochwertig zu besetzen.

„Sportlicher Erfolg und Titelgewinne sind immer auch eine Bestätigung der invertierten Arbeit“

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Ludwigsburg ist 2015 Deutscher JBBL-Meister geworden. Welche Bedeutung hat solch ein Titel für einen Klub und für die Spieler?
Sportlicher Erfolg und Titelgewinne sind immer auch eine Bestätigung der invertierten Arbeit. Deshalb sind sie wichtig, wenn sie nachhaltig sind.

Wie müssen aus Ihrer Sicht die nächsten Schritte hinsichtlich der Nachwuchsarbeit in Deutschland sein?
Wir müssen mehr Kinder und Jugendliche für den Basketball gewinnen. Zehn Talente aus 1.000 Spielern zu generieren, ist einfacher, als diese zehn aus 100 Spielern. Die Ausbildungsqualität muss weiter verbessert und in früherem Alter angewendet werden.

Welche Aufgaben und Herausforderungen kommen in dieser Hinsicht auf die easyCredit BBL zu?
Wie eingangs beschrieben, ist dies unter anderem die qualitativ hochwertige Ausbildung. Die Generierung von basketballspielenden Kindern ist aber auch eine wesentliche Aufgabe des Verbandes.

Henning Harnisch hat in unserem Interview gesagt, dass die konsequente Jugendarbeit in Deutschland zwangsläufig dazu führe, dass die A-Nationalmannschaft mittelfristig Europameister wird. Stimmen Sie ihm zu?
Grundsätzlich ja, aber es gibt schon noch einiges zu tun. Der eingeschlagene Weg ist gut, aber alle Beteiligten müssen weitere Anstrengungen leisten.

Interview: Jan Finken / NBBL
Fotos: easyCredit BBL / Daniel Löb

19.12.2016|